Gegner zerzausen Plan B

NO BILLAG ⋅ Laut Gewerbeverband könnte die SRG auch ohne Gebühren weitersenden. Kritiker halten den Plan B indes für unrealistisch.
10. Januar 2018, 00:00

Maja Briner

Die SRG könne auch ohne Gebührengelder funktionieren, sagen Befürworter der No-Billag-Initiative. Ein Ja-Komitee um den Gewerbeverband hat gestern einen Plan B vorgelegt, der vor allem auf Einnahmen aus Abonnementen und Werbung setzt. Gegner verweisen die Berechnungen jedoch ins Reich der Fantasie. Die SRG spricht von «ökonomischer Traumtänzerei».

André Moesch, Präsident von Telesuisse, dem Verband der Schweizer Regionalfernsehen und Geschäftsleiter des Regionalfernsehens TVO, hält die Schätzungen für unrealistisch. «Das ist ein Luftschloss, das der Gewerbeverband hier bauen will», sagt Moesch. «Er legt einen bunten Strauss an möglichen Ertragsquellen vor, die als Gesamtsystem nicht funktionieren.» Ein Widerspruch sei, dass gleichzeitig mit Werbe- und mit Pay-TV-Einnahmen gerechnet werde. «Wenn der Zuschauer bezahlen muss, kann man ihn nicht mit Werbung belästigen», sagt Moesch und fügt hinzu: «Das kann nicht funktionieren.»

Auch für die privaten Radio- und Fernsehsender, die heute Gebühren erhalten, sei ein solches Finanzierungsmodell mit Pay-TV unrealistisch, da der Markt klein sei. «Bezahlfernsehen ist für die regionalen Sender eine Schuhnummer zu gross», sagt Moesch.

Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbands, verteidigt den vorgelegten Plan B jedoch. Dass die SRG sowohl mit Bezahlangeboten als auch mit Werbung Geld verdienen soll, ist für ihn kein Widerspruch. Auch soll die SRG künftig Subventionen aus der Bundeskasse erhalten.

Alles in allem käme die SRG nach Berechnung der Befürworter so auf eine Milliarde Franken Einnahmen. Mit gewissen Einsparungen auf der Kostenseite – beispielsweise durch den Verzicht auf SRF zwei – könnte sie so problemlos weiterarbeiten, sagen die Befürworter. 4

Telesuisse


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