Google-Suche verrät unsere tiefsten Sehnsüchte

09. Januar 2018, 00:00

Big Data Alle Menschen lügen, immerzu und über alles Mögliche. Das ist vielleicht moralisch verwerflich, hat aber meist einen einfachen Grund: Selbstschutz. Wer will schon intime Gedanken mitteilen, nur um dann von anderen ausgelacht zu werden. Und so greifen wir – aus Furcht vor negativen Reaktionen – selbst bei uns nahestehenden Menschen gelegentlich zur Notlüge.

Was aber, wenn wir unsere Geheimnisse und Sehnsüchte jemandem anvertrauen könnten, ohne unangenehme soziale Folgen befürchten zu müssen? Früher musste man dafür zum Priester oder Therapeuten, heute reicht ein Griff zum Smartphone. Dienste wie Google bieten uns diese Möglichkeit auf Abruf. Big-Data-Analysen zeigen: Selten sind die Menschen ehrlicher als bei Internet-Suchanfragen. Forscher bezeichnen die aus diesen Daten gewonnenen Erkenntnisse als Meilenstein auf dem Weg, die menschliche Natur zu verstehen.

Datenschützer warnen aber vor blindem Vertrauen in Maschinen. Die Gefahr von Datenmissbrauch steige – nicht nur in China, wo gerade ein Social-Credit-System getestet wird, eine Art Bürgerbewertung für alle Belange des öffentlichen Lebens. (gr)

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