Hintertür für russische Sportler

DOPING ⋅ Das IOC schliesst Russland von den Olympischen Spielen in Südkorea aus.
06. Dezember 2017, 00:00

Das Urteil, welches das Inter­nationale Olympische Komitee (IOC) mit Sitz in Lausanne gestern Abend gefällt hat, fällt überraschend hart aus. Nur wenige Beobachter hatten damit gerechnet, dass das IOC Russland von den Olympischen Winterspie- len 2018 im südkoreanischen Pyeongchang ausschliessen würde. Das IOC bestrafte Russland damit für das seiner Ansicht nach staatlich orchestrierte Doping, das bei den Winterspielen in Sotschi vor bald vier Jahren seinen Höhepunkt fand.

Den russischen Athleten bleibt jedoch eine Hintertür offen. Wenn sie nachweisen können, dass sie bezüglich Doping eine weisse Weste haben und sich einem unabhängigen Testprogramm unterzogen haben, dürfen sie um Medaillen kämpfen – allerdings unter neutraler Flagge.

Matthias Kamber, Direktor von Antidoping Schweiz, zeigte sich überrascht und erfreut: «Ich finde es ein sehr gutes und mutiges Urteil, das ich so nicht erwartet hätte.» In Russland hingegen stösst das Verdikt auf Ablehnung. Alexander Schubkow, Präsident des Bobverbands, zeigte sich geschockt. Die staatlichen TV-Sender werden derweil die Winterspiele nicht übertragen. (red)

Kommentar 6.Spalte3


Anzeige: