Historische Niederlage

NORDRHEIN-WESTFALEN ⋅ Die CDU hat die Landtagswahl klar gewonnen. Die regierenden ­Sozialdemokraten verzeichnen schwere Verluste – ausgerechnet in ihrem Stammland.
15. Mai 2017, 00:00

Die Christdemokraten von Bundeskanzlerin Angela Merkel gehen bei der Landtagswahl im Bundesland Nordrhein-West­falen als klare Sieger hervor. Für die SPD war die gestrige Wahl hingegen eine historische Schlappe: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erklärte ihren Rücktritt als SPD-Landeschefin und SPD-Bundesvize. Die Wahlen in Nordrhein-Westfalen galten als Stimmungstest vor den nationalen Parlamentswahlen am 24. September. Für den SPD-Hoffnungsträger und Kanzlerkandidaten Martin Schulz ist das Ergebnis katastrophal.

Nach gestrigen Hochrechnungen kam die CDU mit Spitzenkandidat Armin Laschet auf 33,6 Prozent (2012: 26,3 Prozent). Die SPD sackte von 39,1 auf 31 Prozent ab. Dritte wurde die FDP (Liberale) mit 12 Prozent (2012: 8,6). Die mitregierenden Grünen fielen von 11,3 auf 6,1 Prozent. Die Linke könnte mit 4,9 Prozent in den Hochrechnungen vom Wahlabend den Einzug ins Parlament verpassen. Die rechtspopulistische AfD zieht mit etwa 7,8 Prozent neu in den Landtag ein.

Die CDU käme im Landtag auf 66 bis 67 Sitze, die SPD auf 63, die FDP auf 24 bis 25, die Grünen auf 12 und die AfD auf insgesamt 15 Mandate.

Deutlich mehr Wähler als 2012

Die Wahlbeteiligung lag laut ZDF bei 66 Prozent, deutlich höher als 2012 (59,6 Prozent). Die Zahl liegt im Trend, denn auch bei den anderen Landtagswahlen 2016 und 2017 war in Deutschland eine höhere Beteiligung verzeichnet worden. Die CDU als stärkste Partei könnte eine knappe Mehrheit mit der FDP erreichen, falls die Linke an der 5-Prozent-Hürde scheitert. (sda)

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