Jetzt springen Krankenkassen ein

PRÄMIEN ⋅ Weil Tausende Luzerner Prämienverbilligungen rückerstatten müssen, drohen vielen von ihnen finanzielle Probleme. Doch nun kommt Hilfe von unerwarteter Seite.
15. September 2017, 00:00

In der Luzerner Bevölkerung herrscht grosses Unbehagen: Der Kanton muss sparen – und tut dies unter anderem bei den Prämienverbilligungen. Etwa 8000 Haushalte müssen ihre Beiträge zurückzahlen. Eine Auflage, die nicht für alle Betroffenen leicht zu stemmen ist. Das weiss auch der Kanton Luzern. So sollen nur jene die Verbilligungen rückerstatten, die es sich auch leisten können, wie Daniel Wicki, Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales beim Kanton, sagt.

Ob das tatsächlich passiert, wird sich zeigen, wenn Anfang Oktober die definitive Verfügung eintrifft. Bereits jetzt aber dürften Betroffene ein erstes Mal aufatmen: Die Krankenkassen wollen nun von sich aus helfen. «Es ist für uns schlicht unverständlich, dass der Kanton Luzern von Familien, die in bescheidenen Verhältnissen leben, bereits bezahlte Prämienverbilligungen zurückfordert», sagt zum Beispiel Astrid Brändlin von der Krankenversicherung Concordia.

Versicherung will Kosten selber stemmen

Concordia greift ihren Kunden deshalb unter die Arme – und verlangt von Familien, die sämtliche Prämienverbilligungen rückerstatten müssten, keine Rückzahlung. Stattdessen übernimmt die Versicherung die Kosten vorerst selber. Dies vor allem mit Blick auf ein mögliches juristisches Nachspiel: Die Luzerner SP animiert die Bevölkerung bekanntlich, sich mit einer Sammelbeschwerde gegen die Rückzahlungen zu wehren.

Auch die CSS will helfen. Konkrete Massnahmen fehlen zwar noch, zur Debatte stehen aber Ratenzahlungen und Mahnstopps. (kük) 23


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