Kanton überdenkt «Handsgi»

LEHRPLAN 21 ⋅ Bei Handarbeit und Werken auf der Primar wurde gespart. Weil es nun im Unterricht zu Problemen kommt, muss der Kanton Luzern handeln.
10. Februar 2018, 00:00

Evelyne Fischer

Im August wurde der neue Lehrplan 21 an den Luzerner Schulen eingeführt – nun zeigen sich die ersten Kinderkrankheiten: Im Fach Textiles und Technisches Gestalten auf der Primar harzt es.

Weil die Umsetzung des Lehrplans keine zusätzlichen Kosten verursachen durfte, entschied das kantonale Bildungsdepartement, in diesem Fach auf Halbklassen in der 2. Primar zu verzichten. «Dass die Handfertigkeiten der Schüler sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, fällt jetzt viel mehr ins Gewicht», sagt Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Zudem würden diese Lektionen meist von Klassen­lehrern ohne Fachqualifikation bestritten.

Kanton will Kompetenzen verschieben

Der Kanton sieht Handlungs­bedarf. «Wir geben den Schul­leitungen an der Regionalkonferenz im März ein Merkblatt ab», sagt Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung. So könnten einzelne Fertigkeiten von der 2. in die 3. Klasse verschoben werden.

Weiter werde man sich überlegen, für Klassenlehrer bei ­Bedarf Kurse anzubieten. «Die meisten Grundkompetenzen am Ende der 2. Klasse sind aber ­erreichbar», sagt Vincent. Es brauche Geduld. «Bis der Lehrplan vollständig umgestellt ist, dauert es vier Jahre.»25

Dienststelle Volksschulbildung


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