Knatsch um Spitalpraxis

HORW/KRIENS ⋅ Das vom Spital geplante Gesundheitszentrum Mattenhof in Kriens erntet erneut Kritik. Es droht ein Boykott.
11. April 2018, 00:00

Yasmin Kunz

Es ist nicht das erste Mal, dass das vom Luzerner Kantonsspital (Luks) geplante Gesundheitszentrum Mattenhof in Kriens für Ärger sorgt. Bereits Ende 2016 monierte der Präsident der Luzerner Ärztegesellschaft, Aldo Kramis, die Einmischung des Spitals in die ambulante Versorgung. Jetzt hat sich der Knatsch um das Gesundheitszentrum weiter zugespitzt: 28 Hausärzte aus den Gemeinden Kriens und Horw, also dem Einzugsgebiet der Mattenhof-Überbauung, drohen dem Spital mit einem Zuweisungsstopp. «Sofern das Luks nicht bereit ist, von seinen Plänen zum Aufbau einer ambulanten Versorgung ausserhalb des Spitalareals Abstand zu nehmen, sehen wir uns zukünftig nicht mehr in der Lage, unsere Patientinnen und Patienten an das Luks als unseren Partner zu empfehlen.» Dies geht aus einem Schreiben hervor, das sich an Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) und Spital­direktor Benno Fuchs richtet und unserer Zeitung vorliegt.

Lokale Hausärzte befürchten Konkurrenz

Die ortsansässigen Ärzte fühlen sich durch dieses Projekt konkurrenziert und wollen das so nicht hinnehmen. Einer der betroffenen Hausärzte ist Reto Cadisch aus Kriens. Er sagt, es sei «höchst problematisch, dass nach dem massiven Ausbau der ambulanten Strukturen in den Spitälern und Kliniken nun auch noch ausserhalb der Hauptstandorte expandiert wird und sich das Spital selbst die Patienten zur weiteren Abklärung zuweist». Das Spital hingegen hält fest, dass man keineswegs mit den Hausärzten in Konkurrenz treten wolle, und weist zudem darauf hin, dass der Mattenhof von der Medbase-Gruppe betrieben werde. 19


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