Mehr Eigenverantwortung für Rentner am Steuer

VERKEHR ⋅ Die Landesregierung ist damit einverstanden, dass Autofahrer erst ab 75 Jahren zu ärztlichen Kontrollen müssen. Sie fordert aber flankierende Massnahmen.
18. Mai 2017, 00:00

Um sicherzustellen, dass sie noch fahrtauglich sind, müssen sich Autofahrer ab 70 Jahren heute regelmässig von einem Arzt untersuchen lassen. Das Parlament will diese Altersgrenze auf 75 Jahre erhöhen. In der nächsten Session kommt die ausgearbeitete Vorlage in den Nationalrat.

Gestern nun hat sich der Bundesrat zu diesem Geschäft geäussert. Die federführende Kommission hatte die Landesregierung um eine Stellungnahme gebeten. Der Bundesrat unterstützt die Erhöhung der Alters­limite auf 75 Jahre – will diese aber gleichzeitig mit flankierenden Massnahmen ergänzen. Er warnt, dass der spätere Beginn der medizinischen Kontrolluntersuchungen zu weniger Verkehrssicherheit führen könnte. Deshalb sollen sich Autofahrer ab 70 Jahren mit der Frage befassen müssen, ob sie dem immer komplexeren Verkehrsgeschehen nach wie vor gewachsen sind. Das will der Bundesrat mit Informations- und Sensibilisierungskampagnen erreichen.

Das Geschäft geht zurück auf eine parlamentarische Initiative des Aargauer SVP-Nationalrats Maximilian Reimann. Dieser zeigt sich auf Anfrage erfreut über die Stellungnahme der Landesregierung: «Ich bin sehr froh, dass der Bundesrat schlauer geworden ist», sagt der Politiker. Noch vor ein paar Jahren hatte die Regierung einen ähnlichen Vorstoss von Reimann abgelehnt.

Roadcross Schweiz, die Stiftung für Verkehrssicherheit, spricht sich gegen die Änderung aus und bezweifelt die Wirksamkeit der vom Bundesrat vorgeschlagenen flankierenden Massnahmen. «Der Arzt kann ein Leiden objektiv beurteilen, während sich die Autofahrer teilweise selbst anschwindeln oder gar nicht merken, dass ihre Fahrtüchtigkeit abnimmt», sagt Mediensprecher Stefan Krähenbühl. (red)

Kommentar 6. Spalte 5


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