Mehr Frauen im Bundesrat

GLEICHSTELLUNG ⋅ Frauen fordern: Bei Bundesratswahlen soll das Geschlecht wie die Herkunft berücksichtigt werden.
09. Januar 2018, 00:00

Tobias Bär

Seit der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 war nur jedes fünfte gewählte Bundesratsmitglied eine Frau. Maya Graf, grüne Nationalrätin und Co-Präsidentin der Frauendachorganisation Alliance F, will das ändern. Sie fordert, dass auf die angemessene Vertretung der Geschlechter Rücksicht genommen werden muss. Heute gilt dies nur für die Sprach- und Landesregionen. Unterstützung kommt von der Präsidentin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen und ehemaligen Luzerner SP- Regierungsrätin Yvonne Schärli. «Solange eine angemessene Frauenvertretung im Bundesrat keine Selbstverständlichkeit ist, bin ich für eine Verfassungsänderung.» Sie sagt: «Man findet immer wieder einen Grund, uns Frauen zu vertrösten.»

Auftrieb erhält die Frauenfrage durch den Rücktritt von Doris Leuthard, der spätestens Ende 2019 erfolgt. Danach könnte nur noch eine Frau im Bundesrat sitzen. Geht es nach der Präsidentin der CVP-Frauen, Babette Sigg, stehen auf dem Ticket für die Leuthard-Nachfolge mindestens zwei Frauen. Dies bekräftigte sie in der «NZZ am Sonntag».

Parteipräsident Gerhard Pfister meint dazu: «Ich habe immer gesagt, dass die CVP wohl mindestens eine Frau auf das Ticket nehmen sollte.» Wie viele bürgerliche Politiker spricht sich Pfister gegen die parlamentarische Initiative von Graf aus. Zwar sei das Parlament gehalten, auch auf eine angemessene Vertretung der Geschlechter Rücksicht zu nehmen. «Aber es gibt Konstellationen, in denen das temporär nicht möglich ist.»5

Alt Regierungsrätin Luzern (SP)


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