Prämienrabatt gestrichen

LUZERN ⋅ Bürger mit Anspruch auf Prämienverbilligung müssen ihre Krankenkassen- rechnungen ab Oktober ganz bezahlen. Grund ist der budgetlose Zustand des Kantons.
09. August 2017, 00:00

In den nächsten Tagen verschicken die Krankenkassen die Prämienrechnung für den Monat Oktober. Für einen Teil der Versicherten im Kanton Luzern dürfte dies ein besonders bitterer Moment sein. Denn Personen, die Anspruch auf eine individuelle Prämienverbilligung haben, aber weder Sozialhilfe noch Ergänzungsleistungen beziehen, werden ab dieser Rechnung nicht mehr von der Verbilligung profitieren können.

Grund ist das Auslaufen der provisorischen Auszahlung, welche der Regierungsrat im Januar aufgrund des budgetlosen Zustands des Kantons verfügt hat. Ein rechtskonformes Budget tritt frühestens Mitte September in Kraft. Dann berät das Kantonsparlament darüber. Im schlimmsten Fall dauert es bis Dezember, bis die definitive Regelung über die Auszahlung der Prämienverbilligung in Kraft tritt.

Kanton rät: Mit Krankenkasse verhandeln

Der Kanton Luzern rät den Betroffenen – gemäss aktueller Berechnung sind etwa 26000 Haushalte involviert –, die Rechnungen trotzdem zu zahlen. Sonst drohe ein Eintrag auf der schwarzen Liste der säumigen Prämienzahler – oder der Gang aufs Sozialamt der Wohngemeinde. Alternativ könne mit der Krankenkasse eine Ratenzahlung oder ein Aufschub verhandelt werden.

Die Krankenkassen haben zwar schon frühzeitig eine gewisse Kulanz signalisiert. Es wird aber auch Kritik laut. So sagt Stefan Heini, Mediensprecher der Helsana: «Der Kanton Luzern lässt seine Bürger mit Prämienverbilligungen hängen. Daneben sind die Versicherer die Leidtragenden, die die rückwirkenden Prämienverbilligungskorrekturen verarbeiten müssen.» Das Verhalten des Kantons verursache neben dem administrativen Aufwand bei der Abwicklung verärgerte Kunden. (avd)

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