Rettungsaktion für Museen

LUZERN ⋅ Das Natur- und das Historische Museum sind von der Schliessung bedroht. Prominente und Experten kämpfen für den Erhalt – und machen konkrete Vorschläge.
18. Juli 2017, 00:00

«Lichterlöschen bei Natur und Geschichte des Kantons Luzern?» Mit diesem Slogan will die Aktion «SOS Museen» die drohende Schliessung der beiden kantonalen Museen verhindern. Bis gestern haben rund 1000 Personen eine Online-Petition unterschrieben. Im Unterstützungskomitee sind Prominente wie der Kabarettist Emil Steinberger und der Meteorologe Thomas Bucheli. Auch CVP-Nationalrätin Andrea Gmür ist im Komitee vertreten, zusammen mit dem früheren Kantonsratspräsidenten Franz Wüest.

Die Schliessung des Natur- und des Historischen Museums ist für die Luzerner Regierung die Ultima Ratio für den Fall, dass die Schuldenbremse nicht gelockert werden kann. Die Zukunft des Natur-Museums stand zwar schon länger zur Debatte – auch weil der Kanton die dringend notwendige Totalerneuerung nicht bezahlen kann. Dass nun auch das 2003 sanierte Historische Museum bedroht sein könnte, weiss man hingegen erst seit Ende Juni. Der Luzerner Museumsexperte Kilian T. Elsasser hat für solche Pläne kein Verständnis. «Im Prinzip kann man die Museen gar nicht schliessen», sagt er. Tatsächlich hat der Kanton einen gesetzlichen Auftrag, seine umfangreiche historische und naturhistorische Sammlung zu pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der grüne Kantonsrat Michael Töngi fragt sich deshalb, ob eine Schliessung der Museen überhaupt gesetzeskonform wäre. Er hat eine entsprechende Anfrage bei der Regierung platziert.

Museen sollen ausgelagert werden

Kilian Elsasser sieht vor allem ­einen Weg aus der Krise: Die beiden Museen sollen in eine Stiftung ausgelagert werden. Auch der frühere städtische Denkmalpfleger Ueli Habegger plädiert für diese Lösung, die andernorts schon erfolgreich praktiziertwird. Zum Beispiel im Naturmuseum St.Gallen. Die Stiftung habe den Vorteil, dass man schneller auf Veränderungen reagieren könne, sagt Museumsdirektor Toni Bürgin. Zudem fällt es dem Museum als Stiftung leichter, private Spenden zu erhalten. (rk) 23


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