Kommentar

Spektakuläres Comeback

08. Januar 2018, 00:00

Der Bündner Dario Cologna hat zum vierten Mal nach 2009, 2011 und 2012 die Tour de Ski gewonnen. Damit ist er der Rekordsieger des wichtigsten Wettbewerbs seiner Sportart.

Das spektakuläre Comeback nach zwei schwierigen Wintern des Davosers macht – jetzt, wo Olympia vor der Tür steht – Lust auf viel mehr. Der Schweizer Sport hat Roger Federer, hat die Fussball-Nati an der WM – und nun mit Cologna plötzlich wieder einen Wintersport-Superstar. Vor allem eine Aussage von Cologna an diesem Tour-de-Ski-Wochenende beeindruckt und lässt auf Olympiamedaillen hoffen: «Ich hatte alles im Griff.» Wie Cologna mit seiner Siegermentalität den Erfolg physisch und psychisch aus sich herauspresste, lässt nur einen Schluss zu: Dieser Ausnahmesportler hat – entgegen allen Rückschlägen und Zweifeln in den letzten zwei Jahren – seinen Zenit längst nicht überschritten.

Einen Teil des süssen Tour-de-Ski-Kuchens darf sich auch Hyppolit Kempf, der Langlauf-Verantwortliche bei Swiss-Ski, abschneiden. Der Horwer Kempf scheute sich in den letzten beiden Wintern der schwachen Resultate nicht, Cologna herauszufordern, sich neuen Ideen gegenüber zu öffnen. Kempfs prominenter Schützling musste sich beispielsweise anhören, dass er sich in der klassischen Technik verbessern müsse, wenn er mit den Norwegern mithalten wolle.

Cologna ist zum richtigen Zeitpunkt wieder da, gehört an den Olympischen Spielen in Südkorea zu den Topfavoriten. Holt er in Pyeongchang Gold ab, avanciert «Super-Dario» für die Schweizer durchaus zum kleinen «Federer des Langlaufs».

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch


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