Kommentar

Sperre tut nicht genug weh

13. Oktober 2017, 00:00

Die Swiss Football League (SFL) hat ganze drei Wochen Zeit gebraucht, um im Fall Constantin ein Urteil zu fällen. Christian Constantin, Präsident des FC Sion, hatte im Fussballstadion den als TV-Experten arbeitenden Rolf Fringer tätlich angegriffen. Aufgrund der Dauer der Funkstille auf Ligaebene hatte man befürchten müssen, dass die Bedeutung dieses unerhörten, beispiellosen Skandals zu versickern drohte, dass die Disziplinarkommission der SFL Gnade walten lassen und Constantin mit einem vergleichsweise milden Verweis tadeln würde.

Nun hat die SFL mit der 14-monatigen Sperre und der Busse von 100000 Franken doch ein scharfes Statement abgegeben: Constantin wollen wir min­destens ein Jahr nicht mehr auf den Fussballplätzen sehen!

CC, zuweilen durchaus ein willkommener Farbtupfer in der Schweizer Fussballlandschaft, wird vermutlich von der 5-­tägigen Rekursfrist ­Gebrauch machen und danach seine juris­tischen Möglichkeiten auszuschöpfen versuchen. Allein, selbst wenn Constantin von einer höheren juristischen Instanz eine Reduktion der Strafe erwirken kann, hat die SFL in diesem Fall ein richtiges, nicht schlichtend motiviertes Zeichen gesetzt.

Wiederholungstäter Constantin wird sich nach Ablauf der Sperre nie mehr einen solchen Auf- tritt leisten können. Aber: Die 14-monatige Sperre für den Fussballregenten aus dem Wallis ist gleichwohl nur als Mindestmass zu betrachten. Rund eine Saison ohne Fussball tut Monsieur Constantin weh, aber letztlich nicht weh genug. Es hätte, führt man sich den unwürdigen Vorfall nochmals vor Augen, ruhig ein Jahr mehr sein dürfen.

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch


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