Streit um Biersteuer

14. Februar 2018, 00:00

Prävention Bier sei viel zu billig, ein halber Liter koste weniger als ein Butterbrot, die Steuern müssten deshalb erhöht werden: Diesen Vorschlag hat gestern die Stiftung Sucht Schweiz unterbreitet. «Dass tiefe Preise den Konsum befeuern, ist eine Tatsache», sagt Sprecherin Monique Portner-Helfer. Nach wie vor weise jede fünfte Person in der Schweiz einen risikoreichen Alkoholkonsum auf.

Wie hoch die Steuern angehoben werden sollen, lässt Sucht Schweiz offen. Derzeit beträgt sie im Durchschnitt knapp 25 Rappen pro Liter Bier, in die allgemeine Bundeskasse fliessen so jährlich rund 113 Millionen Franken.

Nationalrat verlangt Abschaffung

Claudio Zanetti möchte diese Geldquelle ganz zum Versiegen bringen. Der Zürcher SVP-Nationalrat fordert in einer parlamentarischen Initiative die Abschaffung der Biersteuer. Das Parlament hat den Vorstoss noch nicht behandelt. Keine Unterstützung wird Zanetti von Alois Gmür erhalten. Der Einsiedler Bierbrauer und CVP-Nationalrat stört sich nicht an der Steuer. «Die Bierbrauer sind bereit, ihren Beitrag zu Gunsten der öffentlichen Hand zu leisten», sagt er. Eine Erhöhung der Biersteuer bekämpft er aber. «Wir haben in der Schweiz kein generelles Alkoholproblem», ergänzt Gmür mit Verweis auf den sinkenden Alkohol- und Bierkonsum.

Gestiegen ist dagegen schweizweit der Missbrauch von Medikamenten zur kognitiven Leistungssteigerung – vor allem bei Jugendlichen. So gaben erstmals über 3 Prozent der 2016 vom Suchtmonitoring befragten 15- bis 24-­Jährigen an, in den letzten zwölf Monaten sogenannte Psycho­stimulanzien eingenommen zu haben. (kä/gr)

Kommentar 6. Spalte 3


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