Und sie sparen doch

SACKGELD ⋅ Eine Studie zeigt, dass Kinder mehr zur Seite legen als vermutet. Was die Eltern ihren Kindern geben, unterscheidet sich regional: Tessiner sind am grosszügigsten.
13. Juli 2017, 00:00

Kinder in der Schweiz gehen verantwortungsvoller mit ihrem Sackgeld um, als sich ihre Eltern vorstellen. Dies ist eines der Ergebnisse der ersten grossen Sackgeld-Studie, welche die Credit Suisse mit der Forschungsstelle Sotomo und Pro Juventute durchgeführt hat.

Obwohl die meisten Kinder spätestens im Alter von 12 Jahren frei über das eigene Sackgeld verfügen dürfen, geben es die wenigsten einfach aus. 43 Prozent der Befragten legen mehr als die Hälfte zur Seite, 41 Prozent zumindest einen kleineren Teil. Gespart wird meistens auf Elektrogeräte, namentlich auf Computer und Smartphones. Doch auch Legos sind hoch im Kurs.

Eltern, die selbst Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren haben, halten für ein 10-jähriges Kind 16 Franken Sackgeld pro Monat für angemessen. Allerdings bestehen regionale Unterschiede. Tessiner Eltern zeigen sich am grosszügigsten: Über 40 Prozent erachten einen Betrag von mehr als 20 Franken Sackgeld im Monat als angemessen. In der Deutschschweiz ist das lediglich bei einem Viertel der Fall.

Deutschschweizer Eltern geben seltener einen Zustupf

«Deutschsprachige Eltern machen sich generell mehr Gedanken über Sackgeld», sagt Studienleiter Michael Hermann. Ist das Geld mal ausgegeben, muss ein grosser Teil der Kinder bis zur nächsten Woche warten. In der Westschweiz und im Tessin hingegen gibt es öfters einen Zustupf zur Überbrückung. Auch dass Eltern ihren Kindern einen Kredit geben, kommt im Tessin und in der Westschweiz etwas häufiger vor als in der Deutschschweiz.

Die Höhe des Sackgeldes ist nicht nur von der Region abhängig, sondern auch vom Wohlstand der Eltern. Wenig überraschend erhalten Kinder von ärmeren Eltern weniger Geld als jene von wohlhabenden. Ärmeren Eltern ist es dafür besonders wichtig, dass ihre Kinder gut mit Geld umgehen lernen. Reicheren ist dies weniger wichtig. (red)

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