Weniger Alkohol am Steuer

VERKEHR ⋅ Auf Autobahnen kommt es immer seltener zu Unfällen, bei denen Alkohol im Spiel ist. Politiker, die den Alkoholverkauf an Raststätten erlauben wollen, fühlen sich bestärkt.
13. Juni 2017, 00:00

Roger Braun

Autobahnen in der Schweiz werden immer sicherer. Vor zehn Jahren passierten auf Autobahnen noch 307 schwere Unfälle, im vergangenen Jahr waren es nur noch 181. Das ist ein Rückgang um 40 Prozent, wie Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung zeigen. Besonders eindrücklich ist die Entwicklung im Zusammenhang mit Alkohol am Steuer. Die Zahl der schweren Unfälle unter Alkoholeinfluss hat sich im gleichen Zeitraum mehr als halbiert. Inzwischen ist nur noch in 11 Prozent aller schweren Unfälle auf Autobahnen Alkohol im Spiel.

Dies gibt auch politisch zu reden, denn just heute diskutiert der Nationalrat einen Vorstoss, der den Alkoholverkauf an Autobahnraststätten erlauben will. «Die Zahlen zeigen auf, dass sich die Autofahrer verantwortungsvoll verhalten, wenn sie sich auf der Strasse bewegen», sagt die Urheberin des Vorstosses, SVP-Nationalrätin Nadja Pieren. Die Konsumenten sollen deshalb selbst entscheiden, ob sie ihr Bier an einem Tankstellenshop oder auf einer Raststätte kaufen. Anders sieht das Philipp Hadorn, SP-Nationalrat und Präsident des Blauen Kreuzes. Er sieht mit dem Vorstoss den hart erarbeiteten Präventionserfolg gefährdet. 5


Leserkommentare

Anzeige: