Weniger Boni für Chefs

STADT LUZERN ⋅ Bonuszahlungen für Chefs von städtischen Betrieben sollen 60 Prozent des Grundlohns nicht übersteigen. Der Vorschlag des Stadtrats würde einen CEO hart treffen.
14. Juni 2017, 00:00

Letztes Jahr wurde die Regelung für Bundesbetriebe wie Post und SBB eingeführt, nun wird sie in der Stadt Luzern diskutiert: eine Obergrenze für variable Vergütungen in stadteigenen Betrieben, sprich: Boni. Kaderlöhne beim städtischen Energiever­sorger EWL, bei den Verkehrs­betrieben Luzern und Viva Luzern könnten demnach bald eine Limite erhalten. Dies hält der Luzerner Stadtrat in seiner Stellungnahme zu einem entsprechenden Postulat der SP/Juso-Fraktion fest und schlägt vor: Der variable Lohnanteil und übrige Nebenleistungen sollen auf maximal 60 Prozent des Basislohns beschränkt werden. Damit orientiert er sich an der Lösung des Bundes, die einen variablen Lohnanteil von höchstens 50 Prozent sowie Nebenleistungen von maximal 10 Prozent des Grundlohns vorsieht.

Stadtrat: SP-Forderungen sind «nicht marktkonform»

Der Vorschlag des Stadtrats ist damit grosszügiger als jener der SP. In ihrem Postulat verlangt die Partei eine Grenze von insgesamt höchstens 30 Prozent: 20 Prozent für variable Vergütungen und 10 Prozent für übrige Nebenleistungen. Des Weiteren sollte die Ausschüttung der Boni nach klaren Kriterien erfolgen. Davon sieht der Stadtrat mit Verweis auf die Marktkonformität jedoch ab: «Der Stadtrat ist der Ansicht, dass sein Vorschlag sinnvoll und verhältnismässig sei», sagt Finanzdirektorin Franziska Bitzi Staub (CVP). Die Postulanten wollen laut Grossstadtrat Simon Roth an ihren Forderungen festhalten.

Von einer Obergrenze betroffen wäre vor allem die EWL: Geschäftsleiter Stephan Marty bezieht einen Grundlohn von über 160000 Franken – und dazu variable und übrige Vergütungen von über 203000 Franken. Doch gemäss Verwaltungsratspräsident Silvio Degondo könnten sich diese Zahlen so oder so bald ändern: «Zurzeit passen wir unser Ka­derlohnsystem den relevanten Marktverhältnissen an.» (gjo) 19

«Wir passen unser Kaderlohn­system den Marktverhält­nissen an.»

Silvio Degondo

Verwaltungsratspräsident EWL


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