«Wollte Gefahr abwenden»

BEZIRKSGERICHT ⋅ Schwerer Gang für den Luzerner Polizeichef Adi Achermann: Vor Gericht erklärte er, warum er den fatal verlaufenen Einsatz von Malters unterstützte.
20. Juni 2017, 00:00

Die mit Spannung erwartete Gerichtsverhandlung gegen die Luzerner Polizeikader Adi Achermann und Daniel Bussmann fand gestern statt. Dem Kommandanten und dem Kripochef wird vorgeworfen, im März 2016 bei einem Einsatz in Malters den Suizid einer Frau (65) verursacht zu haben. Sie hatte den Polizisten den Zutritt zu einer Hanfanlage verweigert und sich das Leben genommen, als die Polizei die Wohnung stürmte.

Achermann gab zu Protokoll, dass er erst informiert worden sei, als die Intervention beschlossen wurde. «Ich wusste, dass hier eine Gefahr vorlag und es gemäss Polizeigesetz unsere Aufgabe ist, diese abzuwenden. Man sagte mir, die Verhandlungen befänden sich in einer Endlosschleife, deshalb habe ich den Interventionsentscheid unterstützt.» Der Verteidiger Bussmanns wiederum betonte, sein Mandant habe als Einsatzleiter alle Alternativen geprüft, bevor er den Zugriff befohlen habe. Er habe keine andere Wahl gehabt.

Die Anklage verlangt eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung, die Verteidigung einen Freispruch. Das Urteil ist für den 27. Juni angekündigt. (red) 19


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