Kommentar

Zu lange gezögert

04. Dezember 2017, 00:00

Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung mit ihren Partnerorganisationen ist ein einzigartiges Hilfswerk. Zu Recht geniesst die Gruppe mit 1,8 Millionen Mitgliedern ein hohes Ansehen. Und ohne Zweifel leisten die über 1500 Mitarbeiter Aussergewöhnliches, um querschnittgelähmten Menschen eine ganzheitliche Rehabilitation zu ermöglichen.

Nicht zum ersten Mal wird nun das Vertrauen in die Paraplegiker-Gruppe auf eine harte Probe gestellt. Nach den unrühmlichen Abgängen der Stiftungsratspräsidenten Guido A. Zäch und Bruno Frick rückt dieses Mal Thomas Troger, der Direktor der Paraplegiker-Vereinigung (SPV), ins Zentrum. Die Vorwürfe sind happig: ein auch nach der Kürzung noch zu hohes Salär, immer noch keine Transparenz über die Besoldung der Geschäftsleitung, Machtkonzentration und Vetternwirtschaft.

Die Stiftung hat zu lange gezögert, um die Probleme zu lösen. Beispielhaft ist die intransparente Entlöhnung der SPV-Geschäftsleitung. Erst 2018 soll die Lohnsumme offengelegt werden. Es wäre schade, sollte das Vertrauen in die ganze Paraplegiker-Gruppe schwinden. Ob es dazu kommt, hängt vor allem davon ab, wie ernst es Stiftung und Vereinigung mit dem Lösen der Probleme nehmen.

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch


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