Ärztezentrum schliesst wegen Hausarztmangel

SINS ⋅ Nach diversen Abgängen im Ärzteteam werden die Sprechstunden per Ende Juli eingestellt.
15. April 2017, 00:00

Das Spital Muri hat am Donnerstag die Schliessung des Ärztezentrums Sins kommuniziert: «Trotz intensiver Suche und Beizug von professioneller, externer Unterstützung ist es nicht gelungen, die durch den Weggang dieser Ärzte entstandenen Vakanzen neu zu besetzen.»

Mit den Kündigungen der ärztlichen Mitarbeitenden sind die personellen Voraussetzungen für einen Sprechstundenbetrieb nicht mehr gegeben. Aus diesem Grund wird das Ärztezentrum per Ende Juli den Betrieb einstellen. Die Patienten werden in den nächsten Wochen kontaktiert und über das weitere Vorgehen informiert. Die Mitarbeitenden des Zentrums sowie der Gemeinderat von Sins seien über diesen einschneidenden Entscheid persönlich in Kenntnis gesetzt worden, schreibt die Spitalleitung weiter.

Stellenbesetzung war von Anfang an schwierig

Das Spital Muri hat Anfang 2016 die Hausarztpraxis des Sinser Arztes Rolf Glauser übernommen, um sich im Oberfreiamt für die hausärztliche Grundversorgung einzusetzen. Gemäss Medienmitteilung gestaltete sich die Besetzung der dazu notwendigen Arztstellen von Anfang an als schwierig. Mehrere Ärzte haben das Zentrum nun verlassen. Diese Abgänge erfolgten wegen beruflicher Neuorientierung oder der Eröffnung einer eigenen Praxis als selbstständiger Hausarzt. Anders als erwartet ist es offenbar so, dass die hausärztliche Tätigkeit im Anstellungsverhältnis für junge Ärzte wie im Zentrum Sins weniger attraktiv ist als das Betreiben einer eigenen Praxis, stellt die Direktion fest.

Verschiedene Betriebsvarianten versucht

Der Stiftungsrat des Spitals Muri bedauert diese Entwicklung ausserordentlich. Gemäss Medienmitteilung hat das Spital Muri seit der Übernahme der Praxis alles versucht, Hausärzte zu gewinnen und den Praxisbetrieb aufrechtzuerhalten. Dabei wurden verschiedene Betriebsvarianten und Kooperationen mit Dritten geprüft, ohne dass eine nachhaltige Lösung gefunden werden konnte. Spital Muri: «Der sich in vielen Regionen der Schweiz abzeichnende Hausärztemangel ist in Sins traurige Realität geworden.» (red)


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