Auf den Urknall folgte in Hochdorf der Schneeregen

HOCHDORF ⋅ Mit einem Morgenstreich beginnt auch die Fasnacht im Seetal. Zwar kleiner als in Basel, dafür aber mit echten Flöckli statt falschen Räppli.

05. Februar 2016, 00:00

Roger Rüegger

Nicht ganz Hochdorf findet sich am Morgenstreich ein, doch gegen 300 Fasnachtsverrückte haben sich gestern in aller Früh auf dem Brauiplatz versammelt. Eine bunte Truppe.

Eine halbe Stunde vor dem Urknall prosten sich zwei Figuren aus Star Wars (ein Stormtrooper und Kylo Ren) mit flüssigem braunem Saft zu, während die Gölli-Gäng, eine Gruppe aus sieben Familien, im Rocker-Outfit auf den Startschuss der Hochdorfer Fasnacht wartet. Zum Beispiel Alexandra mit ihren Söhnen Silvan (8) und Elias (5). «Wir Familien haben jedes Jahr ein gemeinsames Motto. Am Morgenstreich und an den beiden Kinderumzügen sind wir eine Gäng», sagt sie.

Punkt 5 Uhr knallt es zweimal gewaltig. Zugleich setzt wie bestellt ein kurzer heftiger Schneeregen ein. Eigentlich grad so schön wie der Fötzeliregen in Luzern oder die Räppli in Basel.

  • Tagwache Hochdorf
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Am Schmutzigen Donnerstag läuteten in Hochdorf die Fasnächtler mit der Tagwache die närrische Woche ein.

Fit ond zwäg am 30. Geburtstag

Martinivater Dani Rüttimann greift zum Mikrofon. Kurz und knapp erklärt er die Fasnacht für eröffnet und lädt alle Anwesenden zum Zmorge ein, das später folgen wird. Gemäss seinem Motto will er zuerst wissen: «Sender fit ond zwäg?» Was die Menge jubelnd bejaht. Anschliessend gratuliert er der Guuggen­musig Juris zum 30. Geburtstag. Diese, heuer mit dem Sujet Napoleon, bedankt sich mit fetzigen Takten.

Etliche weitere Familien sind vor Ort. Etwa die Schnarwilers, die das Motto «Heidi» ausgesucht haben. Mami Vreni hat sich als Geissepeter verkleidet, Papi Dani als Alp-Öhi und die 11-jährige Jana als Heidi. Töchterchen Bea (8) ist Clara, und die kleine Tina (6) trägt als Flöckli ein Kostüm eines Geisslis. «Das Motto des Kinderumzugs der Martinimutter lautet Comic- und Bücherhelden. Entsprechend sind wir ­gekleidet», erklärt Vreni ... ääh Geissepeter.

Koch Klaus brutzelt ein Ei

Auf zwei Bühnen geben die Hochdorfer Guuggenmusigen beim Monsterkonzert Gas. Einige grosse und kleine Köche sind um zwei Feldküchen auf Anhängern versammelt. Einer brutzelt ein Ei. Er stellt sich als Klaus vor: «Wir sind acht Familien, alles ehemalige Juris. In Anlehnung an Napoleon haben wir die französische Küche als Motto. Und weil die Guuggenmusig Geburtstag hat, kochen wir für sie das Mittagessen», so Koch Klaus.

Das Stichwort Essen passt gut. Eine halbe Stunde nach dem Urknall erscheint die Tambourengruppe Hochdorf als «Pfaditruppe» auf dem Platz. Sie bildet quasi die Vorhut des Martinivaters.

Dichtes Programm steht an

Nach dem Morgenstreich in der Kälte gehts nun in die Wärme: Das traditionelle Morgenessen im Brauisaal steht an. Geschlossen geleiten die Hofderer das Martinipaar zum Zmorge. Dieses hat eine Stärkung nötig: Gemäss Martinimutter Marianne steht ihnen ein dicht gedrängtes Programm bevor. «Am Nachmittag besuchen wir ein Altersheim, und am Abend trifft sich das Paar mit den Altmartinipaaren. Zum Essen ...»


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