Besitzer will «Rauchhaus» wieder beleben

KÜSSNACHT ⋅ Das malerisch gelegene Haus Sigisrüti steht seit Jahren leer. Nun plant der Besitzer den Bau von Wohnungen – das Haus befindet sich aber in der Landwirtschaftszone.

14. Oktober 2016, 00:00

Das Haus Sigisrüti, genannt Rauchhaus, soll aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Der Küssnachter Walter Beeler, der Besitzer des Hauses, will dieses nun sanieren. Geplant ist der Bau von zwei neuen Wohnungen.

Auf der Nordseite soll ein Treppenhaus angebaut werden. Auf der Ostseite ist eine Stahlkonstruktion mit zwei Balkonen geplant. Auf dem Grundstück werden die baufälligen Holzschuppen durch einen Autounterstand ersetzt. Weil das Rauchhaus in der Landwirtschaftszone steht, muss es aufwendig saniert werden. «Man braucht schon Idealismus, um ein solches Projekt zu realisieren», sagt Walter Beeler. Ob das Haus nach dem Umbau vermietet oder privat genutzt wird, ist noch unklar. Die anstehenden Umbaumassnahmen veranlassten die kantonale Denkmalpflege zu einer vorgängigen Bauuntersuchung. Das Haus Sigisrüti liegt am Hang nahe der Strasse Richtung Seebodenalp und am Weg zur Gesslerburg. Gegenüber dem Haus liegt die Knochenstampfi.

Laut der Schwyzer Denkmal­pflege handelt es sich beim Kernbau von 1460 um einen der wenigen Blockbauten des 15. Jahrhunderts, die bislang im Kanton Schwyz dokumentiert wurden. Es lassen sich keine Hinweise finden, dass der Kernbau bereits vor 1805 an den heutigen Standort versetzt wurde. Dass der spätmittelalterliche Bau nicht mehr an seinem ursprünglichen Standort steht, haben Thomas Hurschler, Ulrike Gollnick und Peter Frey während ihrer baugeschichtlichen Untersuchung entdeckt. An den Wänden konnten Nummerierungszeichen nachgewiesen werden.

Ein weiteres Indiz für die Versetzung sei die heutige Stellung des Baus. An den mittelalterlichen Blockbauten der Zentralschweiz konnte das Ordnungsprinzip festgestellt werden, dass sich der Haupthauseingang und die grosse Stube zur Strasse hin orientieren. Beim «Rauchhaus» ist dies jedoch nicht der Fall.

Edith Meyer

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch


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