Die ersten Schritte sind getan

SINS ⋅ Bis Sommer 2018 soll die Gemeinde den Zugang zu Betreuungsangeboten für Kinder gewährleisten. Dafür hat sie nun eine Arbeitsgruppe gebildet.
15. April 2017, 00:00

Für berufstätige Eltern kann die Betreuung der Kinder ausserhalb der Schule und des Kindergartens eine organisatorische Herausforderung darstellen: Kinderkrippe, Mittagstisch und Tagesmütter sind Angebote, die den Erziehungsberechtigten unter die Arme greifen. Im Juni vergangenen Jahres hat die Aargauer Bevölkerung an der Urne dem Kinderbetreuungsgesetz zugestimmt (siehe Box). Bis zum Beginn des Schuljahrs 2018/19 haben die Gemeinden Zeit, solche Angebote zu schaffen, sofern Bedarf besteht.

Die Gemeinde Sins hat zu diesem Zweck eine Arbeitsgruppe eingesetzt. «Die Kommission hat in erster Linie eine beratende Funktion für den Gemeinderat», erklärt Marco Meier, Vorsitz des Ressorts Soziales (parteilos). Der Gemeinderat hat selbst Einsitz in der Arbeitsgruppe. «In einer ersten Phase soll ein Reglement erarbeitet werden, das der Gemeinderat an der Wintergemeinde der Bevölkerung vorlegen kann.» In einem zweiten Schritt sollen bestehende Angebote und eventuell neue miteinander vernetzt werden.

In der Gemeinde Sins gebe es bereits Angebote zur familienergänzenden Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule, sagt Marco Meier und versichert: «Wir wollen diese nicht mit neuen Angeboten konkurrenzieren.» So gebe es etwa eine Kinderkrippe und einen Mittagstisch, welche «in einem bescheidenen Rahmen» genutzt werden. «Viele Eltern haben sich bereits im privaten Umfeld durch Verwandte oder Nachbarn organisiert.» Neue Angebote sollen die Sinser Eltern weiter unterstützen. Dem Gemeinderat schwebt beispielsweise die Einführung eines Schülerhorts vor, weil es einen solchen noch nicht gibt. «Die grösste Herausforderung wird dann sein, dafür Räume zu finden», erklärt Meier. «Es wird sich zeigen, wie ein solches Angebot von der Bevölkerung angenommen wird.»

Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden

In einer Umfrage der Schulpflege konnten die Eltern sich bereits einbringen. In der siebenköpfigen Arbeitsgruppe hat zudem Tracy Garand als Vertretung der Bevölkerung Einsitz. Für die Erstellung eines Reglements stehen der Kommission Musterbeispiele von anderen Gemeinden und vom Kanton zur Verfügung. «Wir arbeiten eng mit den umliegenden Gemeinden zusammen», sagt Meier und meint damit diejenigen im Schulkreis von Sins: Dietwil, Oberrüti, Mühlau, Auw und Abtwil.

Marco Meier versichert, dass die Gemeinde unabhängig von der kantonalen Abstimmung Angebote zur familienergänzenden Betreuung von Kindern geschaffen hätte, und stellt klar: «Es ist ein grosses Bedürfnis und in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger.»

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch


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