Drei Viertel der Häuser ungeschützt

BLITZSCHUTZ ⋅ Jährlich schlagen im Kanton Luzern Blitze in rund 200 Gebäude ein und verursachen Schäden von rund einer halben Million Franken. Das kümmert die Mehrheit der Hauseigentümer wenig.
22. April 2017, 00:00

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

Die Temperaturen sind zwar im Moment noch relativ tief. Dennoch rücken die warmen Sommermonate immer näher und damit auch das Auftreten von Blitz und Donner. Wer sich bei einem heftigen Gewitter in den eigenen vier Wänden befindet, wähnt sich und seine Habseligkeiten in Sicherheit. Doch dieser Eindruck trügt. Jährlich schlagen im Kanton Luzern Blitze in rund 200 Gebäude ein und verursachen Schäden in der Gesamthöhe von zirka einer halben Million Franken (Durchschnittswert der letzten sechs Jahre). Letztes Jahr entstanden an 111 Gebäuden Blitzschäden von 410000 Franken. Anders sah es fünf Jahre davor aus. 2011 entstanden im Kanton Luzern an 399 Gebäuden Feuerschäden in der Höhe von 887000 Franken durch Blitzeinschläge.

Laut Markus Clerc, Mediensprecher der Gebäudeversicherung Luzern (GVL), verfügen im Kanton Luzern nur zirka 27 Prozent aller Gebäude über ein Blitzschutzsystem. Zum Vergleich: Im Kanton Bern sind es nochmals deutlich weniger: Dort ist gerade mal jedes siebte Haus mit einem Blitzableiter ausgestattet. Darum sensibilisiert die Gebäudeversicherung des Kantons Bern die Bevölkerung derzeit mittels einer Kampagne für das Thema.

«Ein Blitzschutzsystem ist für alle Gebäude sinnvoll», sagt Markus Clerc. Es sei aber im Kanton Luzern bei Einfamilienhäusern in der Regel nicht zwingend vor­geschrieben. «Dies ist mit ein Grund, warum ‹nur› ein Viertel der Gebäude über ein Blitzschutzsystem verfügt.» Anders sehe es bei grossen Holzbauten oder Gebäuden mit hoher Personenbelegung aus, wo Blitzschutzsysteme zwingend seien. Ein weiterer Grund, warum viele Hauseigentümer keinen Blitzableiter installieren, liegt wohl darin, dass die Versicherung im Normalfall den Schaden durch Blitzeinschlag ohne Abzug bezahlt, falls ein Blitzschutzsystem gesetzlich nicht vorgeschrieben ist.

Versicherung zahlt 20 Prozent der Kosten

Das Installieren eines Blitzschutzsystems kostet laut Clerc bei einem Einfamilienhaus in der Regel zwischen 2000 und 4000 Franken (www.gvl.ch). «An einen freiwilligen Blitzschutz bezahlt die GVL 20 Prozent an die Erstellungskosten.» Mit Beratung und finanziellen Beiträgen motiviere die GVL die Grundeigentümer, Blitzschutzsysteme zu installieren. Clerc: «Gelegentlich werden auch Kampagnen durchgeführt.»

Die GVL legt den Fokus allerdings verstärkt auf die Elementarschadenprävention und berät Gebäudeeigentümer in erster Linie darüber, wie sie ihre Gebäude mit einfachen Massnahmen vor Hochwasserschäden und Überschwemmungen schützen können. Zum Vergleich: Während sich im Jahr 2015 die Schadenssumme an Gebäuden durch Blitzeinschläge auf rund 450000 Franken belief, lag im selben Jahr die Schadenssumme an Gebäuden durch Überschwemmungen bei rund 9,7 Millionen Franken.


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