Einkaufen geht bald auch per Mausklick

REGION ⋅ Die Landi Freiamt steht finanziell auf einem soliden Fundament und wagt den Schritt in die digitale Welt. Das Neubauprojekt in Jonen steht kurz vor dem Abschluss – anderswo jedoch gibt es Verzögerungen.
22. April 2017, 00:00

Mit 211 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 22 Verkaufsstellen und 5 Tankstellen ist die Landi Freiamt in der Region ein wichtiger Arbeitgeber und Dienstleister. Gestern orientierten die Geschäftsleitung der Genossenschaft, bestehend aus Daniel Strebel (Vorsitzender), Daniel Appert und Daniel Urech, sowie Präsident Andreas Schüpbach die Medien am Hauptsitz in Bünzen über das Geschäftsjahr 2016 sowie über laufende und künftige Projekte.

Im letzten Jahr standen Renovationen in den Volg-Läden in Niederwil, Oberrüti und Stetten auf dem Programm. Anfang 2017 folgten der Volg in Auw sowie der «TopShop» mit Tankstelle in Muri. Die Erneuerung der Volg-Verkaufsstellen erfolgt ungefähr im Zehn-Jahre-Rhythmus. «Die Auffrischung verleiht den Läden jeweils einen gewissen Aufschwung», führte Daniel Strebel aus. Von den 18 Volg-Geschäften sind mittlerweile schon 10 mit Poststellen ausgerüstet. Im Sommer werden weitere Agenturen in Boswil und Jonen eröffnet. «Und es werden weitere folgen», ist Strebel überzeugt. «Die Landi leistet einen wichtigen Beitrag, dass die Post-Dienstleistung vor Ort aufrechterhalten bleibt.» Schweizweit sind laut Informationen im Geschäftsbericht bereits über 300 Postagenturen in Volg-Läden beheimatet.

Daniel Appert informierte über die Fotovoltaik-Anlagen, in die die Landi Freiamt investiert hat. So wurden Projekte für den Eigenbedarf auf den Standorten Agro Bünzen sowie in den Landi-Geschäften Muri und Widen realisiert. «Am Standort Muri installierten wir zudem den schweizweit ersten Tesla-Speicher. Mit solchen eigenen Projekten wollen wir ein Zeichen setzen», so Appert.

Überbauung beim alten Lagerhaus Boswil

Zwei grosse Bauprojekte beschäftigen die Verantwortlichen der Landi Freiamt derzeit. Eines steht kurz vor dem Abschluss, während beim anderen noch in den Sternen steht, wann es überhaupt realisiert werden kann. «In Jonen gehen wir in den Endspurt», informierte Andreas Schüpbach. Dort hat die Landi bekanntlich eine neue Überbauung mit einem Volg-Lokal, Gewerbeflächen und Wohnungen realisiert. Am 22. Juni soll der Volg-Laden eröffnet werden. «Wir sind sowohl finanziell als auch zeitlich auf Kurs», zeigte sich Schüpbach erfreut. Komplexer gestaltet sich die Situation in Merenschwand. «Die Planung des Neubaus im Zentrum dauert länger, als wir ursprünglich gerechnet haben.» Er sei deshalb zurückhaltend mit Prognosen, sagte der Präsident. Über die nötige Zonenplanänderung und die Anpassungen im Gestaltungsplan werde frühestens an der nächsten Winter-Gemeindeversammlung entschieden. «Wir müssen flexibel sein», erklärte Schüpbach und fügte an: «Uns liegt viel daran, dass es schnell vorangeht. Wir bleiben auf jeden Fall dran.»

Für ein weiteres Bauprojekt der Landi sind die ersten Weichen nun gestellt: An der Stelle des alten Lagerhauses in Boswil (dem ehemaligen Standort der Landi) will die Genossenschaft eine Überbauung realisieren. Der entsprechende Projektierungskredit über 150000 Franken wurde an der Generalversammlung vom vergangenen Donnerstagabend genehmigt. «Die Liegenschaft ist prädestiniert für die Schaffung von Wohnraum», erläuterte Daniel Strebel.

Stetiges Wachstum beim Detailhandel

Über die Finanzen gab Daniel Urech Auskunft. «Solide» sei die finanzielle Situation, sagte er. «Beim Detailhandel können wir stetig leicht wachsen.» Das sei erfreulich, da man sich in einem schwierigen Umfeld bewege. Auch die Bilanzsumme kann die Landi Freiamt stetig steigern. Sie lag im letzten Jahr bei 38,4 Millionen Franken. Im Vorjahr 2015 waren es 35,7 Millionen Franken. Stabil sei auch der Bruttogewinn, führte Urech aus. Er lag im Geschäftsjahr 2016 bei 13,9 Millionen Franken (Vorjahr: 14,1).

Am 2. Mai betritt die Landi Freiamt Neuland: Bei den Volg-Läden können Kunden ab diesem Datum online einkaufen. Mit dem Webshop will man die Tätigkeit in die digitale Welt ausweiten. Kunden erhalten die bestellte Ware mit der Post nach Hause geliefert oder können sie im Volg-Laden nach Wahl abholen. «Von der zweiten Variante versprechen wir uns viel», sagte Daniel Strebel. «Wir sind nun gespannt, wie die Neuerung anläuft.» Ob die Produkte nun über die Theke im Volg-Laden oder im Internet verkauft werden – der Anspruch der Landi-Läden bleibt es, in den ländlichen Gebieten «die Nummer 1» zu sein, wie es der Vor­sitzende der Geschäftsleitung ausdrückt. «Die Nähe zur Bevölkerung und die zum grössten Teil schweizerischen Produkte sind unsere Stärken.»

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

«Die Nähe zur Bevölkerung und die zum grössten Teil schweizerischen Produkte sind unsere Stärken.»

Daniel Strebel

Geschäftsleitung Landi Freiamt


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