«Haben alles richtig gemacht»

BLASMUSIK ⋅ Montreux ist ein gutes Pflaster für die Luzerner Brassbands. An der Schweizer Meisterschaft holten sie mehrere Spezialpreise und gleich sieben Podestplätze.

28. November 2016, 00:00

Roger Rüegger, Montreux

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Punkto Begeisterungsfähigkeit nehmen es Brassbands und ihre Fans mit jedem auf. Dies demonstrierte die Bürgermusik Luzern gestern im Auditorium Stravinski in Montreux mit dem Stück «Paradisum». Michael Bach, der die Nacht im Spital verbringen musste, dirigierte sich schier die Seele aus dem Leib – das Publikum tobte. Am Schluss mussten sie sich in der Höchstklasse nur von der Valaisia Brass Band geschlagen geben. «Wir haben unser Bestes gegeben. Valaisia war in Topform», sagte Bach nach der Sieger­ehrung. Auch gestern spielte die Jugend-Brass-Band Michelsamt, die in der 3. Klasse Siebte wurde. Viele waren enttäuscht. Ein Trost war der Spezialpreis für das beste Principal Cornet.

Drei junge Luzerner Bands an der Spitze

Hervorragend aufgelegt waren einige Luzerner Bands am Samstag. Geradezu brilliert haben jene der 4. Klasse. Die Hinterländer Jugend-Brass-Band holte wie letztes Jahr den Titel. Zweite wurde die Jugend-Brass-Band Neuenkirch vor der Entlebucher Jugend-Brass-Band. Den Spezialpreis für das beste Principal Cornet ging an Aline Stöckli aus dem Hinterland. «Damit rech­nete ich definitiv nicht. Denn eigentlich spielte ich in den Proben besser», sagte die 17-Jährige lachend. Auch in der 2. Klasse dominierten grösstenteils Luzerner. Schweizer Meister wurden die BML Talents. Selbstredend, dass Dirigent Patrick Ottiger glücklich ist: «Ich spürte, dass wir gut drauf sind. Mit dem Stück ‹As A Glow› hat die Band das Publikum berührt. Wenn dies gelingt, hat man alles richtig gemacht.» Mit dem Sieg der SRF-Show «Kampf der Orchester» im Jahr 2014 sei die Erwartung letztes Jahr gar gross gewesen. Nun habe der Druck weniger auf der Band gelastet, weshalb sie besser abschnitt als im Vorjahr. Die Brass Band Harmonie Rickenbach belegte den dritten Rang vor der Brass Band Feldmusik Escholzmatt. Sechste wurde die Brass Band Abinchova.

Nicht rund lief es den Luzernern in der 1. Klasse. Hinter der Brass Band Imperial Lenzburg vermochte – von der Platzierung her – nur die Brass Band Rickenbach mit Rang zwei zu überzeugen. Die Brass Band Harmonie Neuenkirch holte Platz acht. Hinter den Erwartungen blieben die Brass Bands Reiden (15) und Kirchenmusik Flühli (17). «Dabei hatten wir ein gutes Gefühl. Auch das Feedback des Publikums war positiv», sagt Sopran-Cornettist Bruno Krieger aus Flühli. Die Entlebucher zogen die Startnummer zwei, was laut Peter Schmid, Präsident der Musikkommission des Luzerner Kantonal-Blasmusikverband, «bei 19 Teilnehmern sicher kein Vorteil ist». Er betonte, dass sie das Stück sehr gut gespielt, der Jury wohl die Interpretation nicht gepasst habe. Krieger ergänzte: «In dieser Klasse ist das Feld nah beieinander. Es können viele Bands gewinnen.»

Die Brass Band Schötz hatte die Teilnahme wegen eines Todesfalls eines Mitglieds abgesagt.

www. Mehr Bilder aus Montreux unter: luzernerzeitung.ch/bilder
  • PHILIPPE DUTOIT
  • PHILIPPE DUTOIT
  • PHILIPPE DUTOIT

Die Auftritte von Luzerner Bläser am Samstag beim Schweizerischen Brass Band Wettbewerb in Montreux.


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: