Herzig und korrupt

MEGGEN ⋅ Kreativ, schräg, witzig – und gefährlich: Das ist der Megger Fasnachtsumzug. Zumindest für alle, die nicht bestechlich sind.

08. Februar 2016, 00:00

Monika van de Giessen

Seit gestern ist es definitiv: Die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 findet nicht in Katar, sondern in Luzern statt. Eine wilde Gruppe sammelte Unterschriften unter dem Motto «Jede Stimme zählt: überzeugt oder gekauft». So ganz freiwillig war die Sache dann auch wieder nicht: Wer nicht unterschrieb, wurde mit einer Waffe bedroht und mit einer 20-Dollar-Note bestochen. Luzern sei die Alternative zu Katar und der letzte Coup von Sepp aus dem Wallis. Drei einleuchtende Gründe, die für die WM Luzern im Jahr 2022 sprechen, gaben den Ausschlag: bestehende Stadien, Regen garantiert und freier Personenverkehr.

  • Fasnachtsumzug Meggen
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Am Sonntag fand der Fasnachtsumzug in Meggen statt.

Kunstwerke auf Rädern

Der Umzug lebte von den unterschiedlichsten Sujets: teils mit Bezug zum regionalen Geschehen, teils einfach fasnächtlich-lustig und äusserst kreativ. Das Motto war Programm: Als Oberhaupt der fasnachtsverantwortlichen Fröschenzunft hatte Zunftmeister Heiri Scherer «Mer hend Freud!» zum diesjährigen Motto ausgerufen. Scherer ist Landwirt und Anwalt. «Ich kenne einen Bauern, der Bauer, der bist du, und wenn der Heiri in der Kanzlei sitzt, da staunt sogar die Kuh», stand auf dem Wagen «Buure-Freud» der Fröschenzunft, während aus den Lautsprecher das Lied «De Heiri het es Chalb verchauft ...» ertönte.

Seit 70 Jahren gibts den Quartierverein Vordermeggen Oberland. Das wurde gefeiert. Francine (nicht Jordi) erzählte, dass 18 riesengrosse Tortenstücke aus Holz gefertigt wurden, in die man hineinschlüpfen konnte. Ein echter Hingucker war einmal mehr der Wagen der Gruppe DOOQ, die unter dem Motto Zauberwald ein wahres Kunstwerk auf die Räder stellte. Die Orangenschlacht und das traditionelle Risottoessen auf dem Dorfplatz waren weitere Highlights. «100 Kilogramm Reis wurden zu einer halben Tonne fertigem Risotto mit Steinpilzen verarbeitet. Das ergibt rund 1200 Portionen», erzählten die beiden Köche Markus Wyser und Hans Hodel. Zudem waren die Zuschauer aufgefordert, mittels Stimmzettel die beste Umzugsnummer zu prämieren. Gewonnen hat die Gruppe DOOQ, gefolgt von Schnipp-Schnaps und dem Quartierverein Vordermeggen Oberland.


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