Pädagogische Hochschulen haben neu verhandelt

HOCHSCHULE ⋅ Seit der Auflösung des PHZ-Konkordats im August 2013 ist die Zusammenarbeit der Pädagogischen Hochschulen Luzern und Zug vertraglich geregelt. «Zu detailliert», wie die beiden Hochschulen finden.

15. Oktober 2016, 00:00

Am 1. August 2017 soll der neue Rahmenvertrag zwischen den Pädagogischen Hochschulen Luzern und Zug in Kraft treten. Dieser löst die alte Vereinbarung ab, welche nach der Auflösung des Konkordats der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (siehe Box) im Jahr 2013 gültig war. Laut einer Medienmitteilung beider Kantone regelte der alte Vertrag die Kooperation «zu detailliert». Dies machte die Neuverhandlungen nötig, welche nun mit der Unterzeichnung des erwähnten Rahmenvertrages abgeschlossen wurden.

Aus der Formulierung «zu detailliert» nun herauszulesen, die Zusammenarbeit mit der PH Zug werde zurückgefahren, ist laut dem Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss aber falsch. Dennoch: «Die alte Vereinbarung erwies sich im praktischen Alltag oft als hinderlich.» Dies, weil die beiden Hochschulen in verschiedenen politischen und strategischen Umfeldern agierten. Da sei eine Massnahme, die in Luzern Sinn mache, nicht zwingend auch im Kanton Zug notwendig. Wyss: «Neu haben wir mehr Spielraum, der Vertrag ist praxisnäher.»

Hochschule zeigt sich zufrieden

Man sei grundsätzlich sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit, so Reto Wyss. Sie werde wie bisher weitergeführt. Wo konkret gemeinsam gearbeitet wird, erklärt Hans-Rudolf Schärer, Rektor der PH Luzern, an einigen Beispielen: «Die Ausbildung der Schulleiter machen wir gemeinsam.» Hier hätte Luzern die Führung inne, die PH Zug habe aber Einsitz im Steuerungsausschuss. Oder es würden Module angeboten, zu denen Studenten beider Hochschulen Zugang hätten. So zum Beispiel das Modul «Pädagogische Entwicklungszusammenarbeit» in Zug. Ausserdem koordinieren alle drei Pädagogischen Hochschulen in der Zentralschweiz – also auch Schwyz – ihre Aufnahmeverfahren und nutzen eine gemeinsame Schulverwaltungssoftware.

Finanziell bringt die Zusammenarbeit mit Zug laut Bildungsdirektor Reto Wyss keinen Nutzen. Noch nicht. «Sie ist aber eine gute Grundlage, um Synergien zu fördern, die dereinst auch finanzielle Vorteile bringen können», so Wyss. Zum Beispiel wenn gemeinsame Forschungsprojekte realisiert werden könnten.

Mit der Pädagogischen Hochschule Schwyz existiert kein Zusammenarbeitsvertrag. Das heisse aber nicht, dass man mit Schwyz schlechter auskomme, betont Wyss: «Man hatte einfach nicht das Bedürfnis für eine vertragliche Grundlage.» Die Zusammenarbeit laufe aber ähnlich gut wie mit Zug.

Noah Knüsel

noah.knuesel@luzernerzeitung.ch


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