Schlossbetreiber hören nach 10 Jahren auf

ALTISHOFEN ⋅ Das Schloss Altishofen ist bei Hochzeitspaaren beliebt. Romy und Sepp Hunkeler haben sich während 10 Jahren um Gäste und Schlossgarten gekümmert. Ab Januar übernimmt eine Catering-Firma diese Aufgaben.

17. Oktober 2016, 00:00

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

Bankette organisieren, Gäste betreuen, Böden reinigen, Tischwäsche waschen, Zimmer vermieten und daneben noch den Garten pflegen: All diese Aufgaben erledigen Romy und Sepp Hunkeler im Schloss Altishofen seit 10 Jahren im Auftrag der Gemeinde, die Besitzerin des spätgotischen Landedelsitzes (siehe Kasten) ist. Künftig will das Ehepaar aus Altishofen kürzertreten und gibt seine Aufgaben rund ums Schloss per 1. Januar 2017 ab. «Die Aufgaben wurden mir mit der Zeit zu streng. Besonders die zahlreichen Einsätze bis in die Nacht hinein und an den Wochenenden sind streng», sagt die 61-jährige Romy Hunkeler. Ihr Mann Sepp Hunkeler (70) sei pensioniert, und «wir möchten nicht mehr so angebunden sein, sondern an den Wochenenden auch mal weg können». Ihre Vorgängerin war 20 Jahre lang als Schlossbetreiberin tätig, Romy Hunkeler war für den Garten zuständig. «Als die Vorgängerin aufhörte, haben mein Mann und ich auch die anderen Aufgaben übernommen. Wir sind da so reingerutscht», erklärt sie.

Die Räumlichkeiten des Schlosses Altishofen werden besonders für Hochzeiten vermietet. Laut Romy Hunkeler sind es ungefähr deren 30 im Jahr. Das Schloss ist zum Heiraten aufgrund seines besonderen Ambientes beliebt; hier können auch Ziviltrauungen durchgeführt werden. «Man muss es einfach gern haben. Bei den Gästen kommen Hof und Garten sowie der Rittersaal gut an», schwärmt Hunkeler.

Im Rittersaal haben 70 Gäste Platz

Neben Hochzeiten werden im Schloss unter anderem auch Geburtstage gefeiert und Weihnachtsessen von Firmen durchgeführt. Im Rittersaal können bis zu 70 Gäste bewirtet werden. «Bei Hochzeiten sind maximal um die 50 Gäste empfehlenswert, ansonsten wird der Platz für Darbietungen knapp», sagt sie.

Bei Banketten konnte Romy Hunkeler jeweils auf die Mithilfe von drei Frauen aus Altishofen zählen. Auch sie werden aufhören. Anfang Jahr wird die Altishofer Meyer Partyservice AG für die Vermietung der Räumlichkeiten im Schloss sowie für die Gästebetreuung zuständig sein. Die Firma führte bereits Caterings im Schloss durch. «Wir bieten auch künftig Catering an. Gäste können aber wie bisher auf Wunsch einen Caterer nach Wahl zuziehen», sagt Hannes Meier (55), der bis am letzten Donnerstag der ­offizielle Geschäftsinhaber der Meyer Partyservice AG war. Soeben haben er und seine Frau Jeanette (54) anlässlich der 30-jährigen Firmengeschichte die Geschäftsleitung ihrem Sohn Severin (28) und dessen Frau Julienne übergeben. Das «i» im Familiennamen und das «y» im Firmennamen sind übrigens korrekt. Wie Jeanette Meier erklärt, hat sie ledig Meyer geheissen, in offiziellen Dokumenten schreiben sich die Meiers aber alle mit «i», was zuweilen für Verwirrung sorge.

Zurück zum Schloss Altishofen. «Die Gemeinde hat eine Nachfolge gesucht, die das Metier kennt», erklärt Hannes Meier. In seiner Catering-Firma arbeiten insgesamt zwölf Personen. «Für die zusätzlichen Aufgaben werden wir eine weitere Person anstellen, die von der Hotelfachschule kommt.» Es mache Sinn, wenn sich jemand professionell um die Gäste kümmere.

Romy Hunkeler ist froh, dass die Firma Meyer die Aufgaben im Schloss übernimmt. Auch wenn die Arbeit für sie streng war, sagt sie: «Der Abschied tut etwas weh, ich habe das alles sehr gern gemacht.» Eine Aufgabe wird sie aber weiterhin behalten: die Pflege des Schlossgartens.


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