Sempach senkt die Steuern

FINANZEN ⋅ Von den guten Abschlüssen der letzten Jahre sollen nun auch die Bürger profitieren: Für 2017 sinkt der Steuerfuss von 2,1 auf 2,05 Einheiten. Und weitere Reduktionen sind bereits angekündigt.

01. Dezember 2016, 00:00

Ernesto Piazza, Evelyne Fischer

kanton@luzernerzeitung.ch

Grossaufmarsch in der Sempacher Festhalle: Die 384 Stimmbürger sprachen sich gestern grossmehrheitlich für den Voranschlag 2017 aus. Dieser rechnet bei einem Gesamtaufwand von 30,3 Millionen mit einem Plus von 389 000 Franken. Im Zusammenhang mit dem Budget stimmten die Sempacher dem Abbruch des Postgebäudes und dem Kauf der alten Metzgerei zu. Damit ist der Weg für den Stadtrat frei, das Eingangsportal Süd neu zu gestalten. Die Fläche beim Luzernertor bekomme «einen neuen, höchst attraktiven Charakter», sagte der für die Finanzen verantwortliche Stadtrat Bruno Stofer (CVP).

Ebenfalls grossmehrheitlich Zustimmung fand die Reduktion des Steuerfusses um 0,05 Einheiten auf neu 2,05 Einheiten. Keine Chance hatte ein Antrag von SVP-Ortsparteipräsident Markus Greter. Dieser wollte den Steuerfuss um einen Zehntel auf 2,0 Einheiten senken. Sempach will auch in den nächsten Jahren den Steuerfuss weiter reduzieren, konkret: 2018/19 um je zwei Zwanzigsteleinheiten, ab 2020 um drei Zwanzigsteleinheiten.

Ergebnis 2016 weit besser als erwartet

Stofer informierte auch über das zu erwartende Ergebnis 2016. Der entsprechende Voranschlag weist ein Plus von 470000 Franken aus. Weil die Steuererträge sich jedoch besser entwickelten als budgetiert, wird das Ergebnis bei einem Plus von rund 1,7 Millionen Franken landen. «Den haushälterischen Umgang wollen wir weiter beibehalten», erklärte Bruno Stofer weiter. Trotzdem ist für ihn klar: «Wir wollen nicht nur verwalten, sondern auch gestalten.» Ende 2016 verfügt Sempach über ein Eigenkapital von rund 5 Millionen Franken.

Umstrittene Einzonung gutgeheissen

Gestern behandelten die Stimmbürger auch die Einzonung der Zihlweid. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche gilt als Bauerwartungsland. 2013 haben die Grundeigentümer dafür einen Architekturwettbewerb aufgegleist: Am Hang mit Seesicht sind 36 Wohnungen geplant; Reihenhäuser im unteren Teil, eine Überbauung dahinter. Drei Schutzverbände riefen letzte Woche dazu auf, das Geschäft an der Versammlung abzulehnen (Ausgabe vom 23. November). Gegen die Einzonung gingen Einsprachen ein. Diese wurden gestern – trotz emotionaler Voten – grossmehrheitlich abgelehnt. In einer geheimen Schlussabstimmung hiessen die Stimmbürger die Teiländerung der Ortsplanung letztlich mit 244 Ja- zu 136 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen gut. Erfolglos warb Einsprecher Joe Stürmlin, Bewohner des benachbarten Schauensee-Quartiers, die Einzonung abzulehnen. Er kritisierte, damit gehe «wertvolles Kulturland» verloren. Die Zihlweid werde zu einer «Insel ohne Anschluss an ein bestehendes Quartier». Hansueli Remund, der frühere Ortsplaner, wies zuvor darauf hin, dass Sempach «konzentriert» gebaut und zurückhaltend eingezont habe.

Auf der Traktandenliste standen gestern auch die Einbürgerung einer fünfköpfigen Familie sowie die Teiländerung des Zonenplans im Bereich Seefeld. Bis Redaktionsschluss standen die Ergebnisse noch nicht fest.

«Wir wollen nicht nur verwalten, sondern auch gestalten.»

Bruno Stofer

Finanzvorsteher (CVP)


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