Spurensuche auf spirituellem Weg

AUW ⋅ Die Pilger, die vor acht Jahren zur Heiligsprechung von Maria Bernarda Bütler nach Rom reisten, haben sich zu einer festlichen Gedenkfeier getroffen. Der Anlass lockte viele weitere Interessierte an.

18. Oktober 2016, 00:00

Auf Einladung der Maria-Bernarda-Kommission Auw versammelten sich gegen hundert Frauen und Männer am vergangenen Samstag in der Pfarrkirche zu einem dreiteiligen Programm. Aufgeteilt in Gruppen nahmen die Teilnehmer zuerst den Besinnungsweg unter die Füsse. Bei überraschend schönem Herbstwetter wurde der Gang zu den fünf Stationen zu einer besinnlichen Pilgerfahrt im Kleinen.

Und so ist der vom ehemaligen Auwer Pfarrer Alphons Brunner initiierte Weg auch gemeint. Die von Reto Jenni geschaffenen Stationen nehmen die Weisheiten auf, die das Leben und Wirken der heiligen Bernarda prägten. So zum Beispiel die dritte Station, welche die Naturverbundenheit der ehemaligen Bauerntochter Bernarda Bütler aufzeigt.

Kommission hält Erinnerung wach

Für sie war die Natur Ausdruck des göttlichen Wirkens, aus der sie Kraft für ihr unermüdliches Schaffen schöpfte. Das besagt der Text auf der Stele, und der herrliche Blick in die Natur lässt den Besucher diese Kraftquelle zumindest ansatzweise nachvollziehen. Beim Besinnungsweg gehe es um die Darstellung des Lebens und Wirkens dieser ausserordentlichen Frau – sie ist neben Bruder Klaus die einzige Heilige der Schweiz –, sagte Andreas Gubler, der eine der Gruppen begleitete. Selbstverständlich könne man den ausgeschilderten Weg auch individuell begehen, so der Präsident der Kirchenpflege. Die Texte auf den Stelen sowie die Broschüren, die in der Pfarrkirche aufliegen, vermitteln die entsprechenden Informationen.

Um die Erinnerung an Mutter Bernarda wachzuhalten, wurde die Kommission Maria Bernarda Auw gegründet, wie deren Präsidentin Margrit Villiger sagte. Und der Aufmarsch vom Samstag machte deutlich, dass sich nicht nur die ehemaligen Rom-Pilger für diese ausserordentliche Frau interessieren. Stellvertretend für die Teilnehmer sei hier Tanja Aeschlimann zitiert. Als «waschechte Freiämtlerin», wie sie sich selber bezeichnet, nahm sie 2008 an der für sie unvergesslichen Reise an die Heiligsprechung in Rom teil und trifft sich daher gerne wieder mit Gleichgesinnten. Zudem absolvierte sie als Lernende ein Praktikum im Alters- und Pflegeheim, das den Namen von Mutter Bernarda trägt.

Einsatz wirkt bis heute nach

Wie im anschliessenden Gottesdienst zu erfahren war, bekommt das Wirken von Mutter Bernarda in Kolumbien heute einen besonderen Akzent. Zusammen mit ihren Mitschwestern gründete sie 1888 in Ecuador die Kongregation der Franziskaner-Missionsschwestern. Der Bruderkrieg zwang die Ordensfrauen sieben Jahre später zur Flucht ins kolumbianische Cartagena, wo sie immer noch tätig sind.

Die Bemühungen des kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos um einen Frieden im jahrzehntealten Konflikt mit den Farc-Rebellen sowie die Verleihung des Friedensnobelpreises haben das Land in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt. Schwester Consilia von den Franziskaner-Missionsschwestern betonte, dass der Weg zu einem dauerhaften Frieden und zur Versöhnung der Bevölkerung steinig und das Wirken ihrer Kongregation in Cartagena wichtiger sei denn je. Pfarrer Thomas Zimmermann, der die vom Kirchenchor und einem Alphorn-Duo umrahmte Messe zelebrierte, bezeichnete die Anteilnahme und den unermüdlichen Einsatz von Maria Bernarda für die Ärmsten als beispielhaft für uns Heutige.

Hansruedi Hürlimann

redaktion@zugerzeitung.ch


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