Wassergebühren sollen von Wohnungen abhängig werden

DIETWIL ⋅ Bürger setzen sich mit einer Initiative für gerechtere Gebühren ein. Der Gemeinderat hat sich schon im letzten Jahr mit dem Thema befasst. Entscheiden wird die Gemeindeversammlung.

18. März 2017, 00:00

In Dietwil haben sich Bürger zusammengetan und eine Initiative eingereicht. Erreichen wollen die Initianten, dass die Grundgebühren für Wasser in neuen Kategorien berechnet werden. So soll für Häuser mit ein bis zwei Wohnungen jährlich fest 180 Franken bezahlt werden, Mehrfamilienhäuser mit drei bis fünf Wohnungen bezahlten demnach 260 Franken, Gebäude mit mehr als sechs Wohnungen 295 Franken und Gebäude ohne Wohnnutzen würden jeweils 250 Franken Wasser-Gebühren berappen.

Bisher wurde gemäss dem geltenden Wasserreglement der Gemeinde diese Gebühr jeweils mit der Zählergrösse der Wasseruhr berechnet. Für Ein- und Mehr­familienhäuser kam dabei überwiegend die Zählergrösse mit einer Grundgebühr von 200 Franken zum Tragen. «Die Wasseruhr soll nach wie vor jährlich abgelesen werden», erklärt Gemeindeschreiber Raphael Köpfli. So kann der effektive Verbrauch in Rechnung gestellt werden. 1.50Franken pro Kubik Wasser bezahlt man dafür in Dietwil. «Die Grundgebühr soll sich jedoch nicht mehr nach der Zählergrösse der Wasseruhr, sondern an der Anzahl Wohnungen gemäss den im Begehren aufgeführten Kategorien richten», führt Köpfli aus.

Begründet wird die Initiative insbesondere damit, dass es neben Einfamilienhäusern immer häufiger Mehrfamilienhäuser gebe, die über mehr als sechs Wohnungen verfügen. «Solche Veränderungen sollten einer gerechten Preispolitik bei der Grundgebühr für Wasseruhren Rechnung tragen», heisst es im Initiativbegehren. Häuser mit ein bis zwei Wohnungen sparten mit der neuen Berechnung 20 Franken Grundgebühr, grössere Mehrfamilienhäuser (drei bis sechs Wohnungen) würden 60 Franken mehr bezahlen. Für Häuser mit mehr als sechs Wohnungen gibt es keinen Vergleichswert.

Nötige Unterschriftenzahl knapp übertroffen

Was das für die Gemeinde und die Liegenschaftsbesitzer heisst, kann noch nicht gesagt werden. «Die finanziellen Auswirkungen müssen noch geprüft werden», so der Gemeindeschreiber. Damit die Initiative auf Gemeindeebene zu Stande kommen konnte, haben die Initianten Unterschriften gesammelt. Ein Zehntel der Stimmberechtigten ist dafür nötig. Am Tag der Hinterlegung der Initiative zählte das Dorf 881 Einwohner. Mindestens 89 Unterschriften hätten also gereicht. Eingereicht wurden Ende Februar 95 Unterschriften. Davon waren zwei ungültig. Mit 93 gültigen Unterschriften wurde die vorgeschriebene Anzahl erreicht. Der Gemeinderat erklärte die Initiative nach der Prüfung als zu Stande gekommen. Beschwerden hat es dagegen keine gegeben.

Die Anpassung der Gebühren ist auch beim Gemeinderat selber Thema: «Bereits an der letzten Gemeindeversammlung vom November 2016 hat der Gemeinderat informiert, dass das Wasserreglement mit den Gebühren aus dem Jahre 2000 einer Gesamtrevision unterzogen wird», erklärt der Gemeindeschreiber. Die nun initiierte Gebührenanpassung soll gemeinsam mit dem revidierten Wasserreglement beantragt werden. «Damit eine fundierte Ausarbeitung des neuen Reglements vorgenommen werden kann, wird das Geschäft für die Gemeindeversammlung vom 16.November 2017 vorgesehen.» Die Initianten seien entsprechend informiert und mit dem geplanten Vorgehen einverstanden.

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

«Die finanziellen Auswirkungen müssen noch geprüft werden.»

Raphael Köpfli

Gemeindeschreiber


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: