Nachgefragt

«Wir wussten, wo die Gefahren liegen»

28. November 2016, 00:00

Die Hinterländer Jugend-Brass- Band hat am Samstag in Montreux in der 4. Klasse gewonnen. Damit holten die rund 30 jungen Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Luca Frischknecht den zweiten Sieg in Folge bei ihrer dritten Teilnahme.

Luca Frischknecht, herzliche Gratulation. Im Vorfeld sagte Jana Limacher, eine Ihrer Cornettistinnen, dass sie nach Montreux fahre, um zu gewinnen. Wie gross ist das Selbstvertrauen Ihrer Band?

Sie haben viel Ehrgeiz – und nach dem Sieg vom letzten Jahr kennen sie den Massstab. Auch wenn einige, wie Jana, dieses Jahr zum ersten Mal dabei waren.

Also mussten Sie die Band nicht gross motivieren?

Im Gegenteil, ich versuchte, sie etwas zu bremsen, damit sie nicht zu euphorisch werden. Die Enttäuschung wäre für die Jungen zu gross, wenn sie ihre Ziele zu hoch stecken und es nicht zum Sieg reicht. Denn ein Selbstläufer ist so ein Wettbewerb nicht.

Wie nervös war die Band?

Einige ziemlich. Besonders die, die zum ersten Mal dabei waren.

Wie beruhigt ein Dirigent seine jungen Musiker in so einem Moment?

Indem man ihnen nahelegt, dass sie so agieren sollen wie in den Proben. Nicht versuchen, anders zu spielen.

Wie ordneten Sie die Leistung unmittelbar nach dem Auftritt ein?

Wir hatten einige Patzer drin. Die Band war vielleicht sogar ein wenig enttäuscht. Ich weiss aber, dass sie eine hohe Qualität hat.

Was lief denn nicht so, wie Sie es sich vorstellten?

Wir wussten genau, wo die Gefahren für uns liegen. Wenn eine Band nervös ist, wird sie tendenziell schneller. Wenn das die Jury merkt, gibt es Abzug.

Was in Montreux nun nicht der Fall war. Oder?

Das Tempo haben wir schon leicht angezogen. Aber die Jury hat es nicht so bewertet – oder nicht so wahrgenommen wie ich.

Rechneten Sie nach dem Spiel dennoch mit dem Sieg?

Ja, ich hatte den Eindruck, dass es trotzdem reichen könnte.

Wie waren die Reaktionen bei der Siegerehrung?

Alle Bandmitglieder sprangen zeitgleich von den Sitzen und flippten aus.

Nun habt ihr zweimal nach­einander gesiegt in der 4. Klasse. Eine Teilnahme in einer höheren Stärkeklasse wäre die logische Konsequenz. Ist die 3. Klasse in Montreux ein Thema?

Wenn die Besetzung der Band bestehen bleibt, vielleicht. Wir haben eine gute Generation, und der Wettbewerb muss für die Musiker spannend bleiben. Die Überlegung kann man anstellen. (rgr)


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