Zwei separate Standorte für die Verwaltung

MURI ⋅ An der Gemeindeversammlung wurde ein Planungskredit für den Neubau eines Verwaltungsgebäudes auf dem Grundstück Widmen gutgeheissen. Der alte Standort im Kloster wird dennoch beibehalten.

26. November 2016, 00:00

Das Haupttraktandum der Wintergemeinde Muri befasste sich mit dem geplanten Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes auf dem Grundstück Widmen im Dorfzentrum. Die Versammlung genehmigte mit sechs Gegenstimmen den erforderlichen Planungskredit von 150 000 Franken.

Denn momentan sind die Abteilungen Finanzen, Steuern und Soziale Dienste im Bürotrakt des Spitals Muri einquartiert. Der Mietvertrag läuft Ende September 2019 aus. Die Regionalpolizei ist Mieterin im ehemaligen Gerichtsgebäude, die übrigen Verwaltungsabteilungen sind nach wie vor im Kloster untergebracht. Die Abteilung Bau und Planung legte im Frühling dieses Jahres einen Bericht vor über mögliche Standorte. «Zur Auswahl standen Neubauten beim Bahnhof oder auf dem Gebiet Widmen, je für die gesamte oder einen Teil der Verwaltung», führte Gemeinderätin Christine Brun aus. «Eine weitere Variante schlug den Bezug des gesamten ehemaligen Gerichtsgebäudes im Mietverhältnis vor.» Im Rahmen eines Workshops im März, an dem der Gemeinderat, die Geschäftsleitung und Mitglieder der Ortsparteien teilnahmen, kristallisierte sich die Lösung eines Neubaus auf dem Grundstück Widmen für einen Teil der Verwaltung heraus. «Die Baukosten werden niedriger ausfallen als bei einem Neubau am Bahnhof», erklärte Brun. Man habe auch am Standort Kloster festgehalten, weil bei dessen Wegfall ein wichtiger Identifikationsort für die Bevölkerung verloren ginge. «Der Gemeinderat hat entschieden, neben den Abteilungen Finanzen, Steuern und Soziale Dienste auch Bau und Planung sowie die Repol in das Projekt zu integrieren.»

Umzug soll per Ende 2019 erfolgen

Allerdings lassen die begrenzten Platzverhältnisse auf dem Grundstück sowie die Rücksichtnahme auf die Interessen der Besitzerin des Nachbargrundstücks, der ­Beeler Immobilien AG, nicht viel Spielraum für die Gestaltung des Neubaus. Das Vorhaben soll nun vorangetrieben werden, damit der Umzug der im Spital eingemieteten Abteilungen per Ende 2019 erfolgen kann.

Die Finanzen der Gemeinde Muri sehen nicht rosig aus: «In einer Phase hoher Investitionen ist dies nicht weiter verwunderlich», rechtfertigte sich Gemeindeammann Hans-Peter Budmiger. Tatsächlich hat die Gemeinde 2016 rund 16 Millionen Franken investiert. Das Budget 2017 sieht ein negatives operatives Ergebnis von rund 1,4 Millionen Franken vor bei gleichbleibendem Steuerfuss von 109 Prozent. Die Pro-Kopf-Verschuldung wird auf schätzungsweise 1535 Franken steigen. Dennoch ist das Gesamtergebnis dank einer Entnahme aus der Aufwertungsreserve leicht positiv. Maria Küng, Präsidentin der Finanzkommission, äusserte Skepsis: «Dieser Steuerfuss wird schwer zu halten sein angesichts der steigenden Sozialausgaben, der Kosten im Gesundheitswesen und der hohen Investitionen.» Budmiger setzt auf die Neuordnung des Finanzausgleiches, welche das Gemeindebudget jährlich um über 700 000 Franken entlasten würde, und empfahl den Stimmbürgern die Ablehnung des Referendums im Februar 2017. Das Budget 2017 der Gemeinde wurde einstimmig genehmigt.

In Muri bestehen gut genutzte familienergänzende Kinderbetreuungsangebote in den Bereichen Randstundenbetreuung, Mittagstisch und Kindertagesstätten. «Mittlerweile werden rund 540 Mahlzeiten monatlich an Kinder ausgegeben», berichtete Gemeinderätin Yvonne Leuppi. Federführend dabei ist die Kindertagesstätte Wichtelburg, die an diversen Standorten Mittagstische führt. Leuppi legte der Versammlung ein gesetzeskonformes Reglement zur Genehmigung vor, welches sämtliche familienergänzenden Angebote der Gemeinde umfasst. Im Budget 2017 wurde die Höhe diverser Beiträge angepasst. Das Volk stimmt dem Reglement zu.

Auch die Teiländerung des Bauzonenplans betreffend Hotel Ochsen sowie eine benachbarte, baufällige Liegenschaft haben die Stimmberechtigten genehmigt. Ein neues Parkierungs- und Ersatzabgabenreglement, welches die Bewirtschaftung sämtlicher öffentlicher Strassen und Plätze beinhaltet, wurde ebenfalls abgesegnet.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch


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