Als Klärmeister seit 25 Jahren im Einsatz

JUBILÄUM ⋅ Paul Strebel ist zuständig für die Abwasserreinigung von Muri, Geltwil und Buttwil. Der gelernte Hufschmied schätzt vor allem die Vielseitigkeit seines Berufs – auch wenn er ab und an die Abwasserbecken putzen muss.
14. April 2018, 00:00

Sobald man Richtung Murimoos abbiegt, tauchen die grünen Silos und Gebäude der Abwasserreinigungsanlage (ARA) auf. Aus Sicherheitsgründen sind sie eingezäunt. Für den reibungslosen Betrieb ist Klärmeister Paul Strebel verantwortlich. Seit 25 Jahren ist er hier tätig und übt das Amt noch immer engagiert aus. «Nein, Blumen habe ich zum Jubiläum nicht erhalten, aber eine Flasche Wein und einen finanziellen Zustupf», sagt der 60-Jährige lachend.

Inzwischen kennt er die Anlage von A bis Z und kann die technischen Abläufe bis ins letzte Detail erklären. Er und seine Mitarbeiter tragen die Verantwortung dafür, dass das Abwasser optimal gereinigt in die Bünz eingelassen wird. «Nachher ist es für die Fische unbedenklich», sagt Paul Strebel überzeugt.

Abwasser wird im Labor untersucht

Momentan leuchten an der Schaltwand alle Leuchtknöpfe grün, und der Computer hat ebenfalls keine Fehler gemeldet. Das heisst aber nicht, dass Paul Strebel keine Arbeit hat. Als Erstes unternimmt er jeden Morgen einen Kontrollgang: «Ich höre sofort, ob die Maschinen richtig laufen.» Dann holt er die Abwasserproben, um im Labor die Menge und Art der Belastungen zu untersuchen. «Meist ist alles gut. Die Werte werden rapportiert und dem Kanton gemeldet.» Vor 25 Jahren habe man nicht so verfeinerte Methoden gekannt wie heute. «Wir finden jetzt viel mehr Inhaltsstoffe und können sie besser bestimmen. Das Abwasser ist heute sauberer.»

Bei trockenem Wetter verzeichnet Paul Strebel einen Abwasserzufluss von rund 3500 Kubikmetern, bei nassem Wetter steige er bis auf 10000 Kubikmeter an. Die Reinigung erfolgt mechanisch. «Die grossen Teile werden ausgepresst und kommen in die Kehrichtverbrennung, der Rest geht in die Vorklärung», erläutert Strebel. Grobe Partikel würden sich als Primärschlamm am Boden absetzen. Dieser werde im Faulturm bei einer bestimmten Temperatur in Methangas umgewandelt, das von einem Blockkraftwerk genutzt werden könne. Der Rest des Abwassers wird zur Trocknung nach Wohlen geliefert und dort zu Brennstoff für die Zementindustrie verarbeitet. «Die Flüssigkeit kommt zur biologischen Reinigung in ein Becken, wo Sauerstoff beigemischt wird.» Trotz der Reinigung ändere sich interessanterweise die Menge der Flüssigkeit nicht. «Es fliesst gleich viel hinein wie hinaus», weiss der Klärmeister, dem bei seiner Tätigkeit auch der Umweltschutz wichtig ist. Auch auf dem Gebiet der Abwasserreinigung verändert sich die Technik laufend. Ein Grund, warum er sich regelmässig weiterbildet.

Jede Maschine hat einen Serviceplan

Zu seinen Aufgaben gehören ebenso Reinigungsarbeiten. «Die Becken müssen zum Teil einzeln geleert werden, damit wir kontrollieren können, ob es an den Wänden Ablagerungen gibt.» Alles müsse innen und aussen unterhalten werden, das Gebäude, die Umgebung sowie die Pumpwerke und die drei Regenbecken. Für jede Maschine gebe es zudem einen Serviceplan. Der Klärmeister betont: «Der Vorteil der Kleinanlage ist, dass wir je nach Wetter die Arbeiten einteilen können.»

In den letzten Jahren hat die Menge des Abwassers zugenommen, doch dank des Trennsystems hat es keine markante Steigerung gegeben. «Im Moment reicht die 1969/70 erstellte Anlage noch, sie wurde 1995 total saniert», sagt Strebel. Doch bedingt durch das Bevölkerungswachstum der letzten Jahre werde derzeit eine Erweiterung geplant.

Die Tätigkeit als Klärmeister ist Paul Strebels Zweitberuf, gelernt hat er Huf- und Fahrzeug-Schmied. Noch immer ist er überzeugt davon, dass vor 25 Jahren der Wechsel richtig war. Für diese Stelle sei jemand mit Mechanik- und Elektro-Kenntnissen gesucht worden. «Die Vielseitigkeit dieser Arbeit und auch die Verantwortung, die damit verbunden ist, passen mir sehr. Ich konnte viel Neues kennen lernen, auch Laborarbeit und Umwelttechnik sind interessant. Dank der kleinen Anlage habe ich stets den Überblick. Es kommen sogar Schulklassen oder Vereine hier vorbei, um sich zu informieren.»

Monika Wegmann

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Besichtigung der ARA Muri, Buttwil, Geltwil nach Vereinbarung. Telefon 056 664 36 64.


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