Archiv ist von Schimmel befreit

RUSWIL ⋅ Das Archiv im Kellergeschoss der Ruswiler Gemeindeverwaltung war mit Schimmelpilzen belastet. Nun hat eine Spezialfirma die Räumlichkeiten gereinigt. Auf Dauer braucht es aber eine andere Lösung.
14. Juli 2017, 00:00

Susanne Balli

susanne.balli@luzernerzeitung.ch

Die Benutzer des Gemeindearchivs von Ruswil können wieder aufatmen. Eine Spezialfirma hat letzte Woche das Archiv von Schimmel befreit und alle befallenen Oberflächen desinfiziert. Wegen unkontrollierter Klimabedingungen war das Archiv im Kellergeschoss der Gemeindeverwaltung an der Schwerzistrasse 7 von einem Pilz- und Bakterienbefall betroffen. «Man hat dies auch deutlich gerochen», sagte Gemeindepräsident Leo Müller gestern auf Anfrage.

Labormessungen hätten gezeigt, dass die Biomasse auf den Wänden, Tablaren und Archivschachteln hoch gewesen sei. Diese bilde einen idealen Nährboden für eine weitere Verbreitung des Schimmelpilzes. Damit stieg auch das gesundheitliche Risiko im Umgang mit den Archivalien. «Wir gingen zuerst davon aus, dass stellenweise auch der Deckputz an befallenen Wänden entfernt werden müsse. Das war nun aber doch nicht nötig», sagt Müller. «Glücklicherweise waren die archivierten Dokumente und Bücher nicht vom Schimmel betroffen, sondern nur die Schachteln, in denen sie lagern.» Um die Bedingungen im Archiv zu verbessern, wurden ein Luftfilter und ein Luftentfeuchter installiert.

Das Problem im Archiv war laut Müller schon länger bekannt. Dies verwundert auch nicht, denn die Gemeindeverwaltung ist in einem Gebäude mit Baujahr 1933 untergebracht. Da die Gemeinde per Gemeindegesetz verpflichtet ist, ein Archiv für archivwürdige Unterlagen zu führen und diese sicher zu verwahren, musste sie handeln.

Neuer Standort für Verwaltung und Archiv

Längerfristig braucht es laut Leo Müller für das Gemeindearchiv aber eine neue Lösung. Diese soll im Rahmen der sogenannten Dorfkernerneuerung West realisiert werden. Das Projekt beinhaltet neben der Sanierung des baufälligen und über 500 Jahre alten Chrämerhus auch den Rückbau zweier hinter dem Chrämerhus liegender Gebäude (siehe Kasten). An deren Stelle soll ein neues Gebäude für die Gemeindeverwaltung gebaut werden. Dort soll auch das Gemeindearchiv seinen Platz finden. Am 26. November können die Ruswiler voraussichtlich über das Millionenprojekt abstimmen. Die genaue Höhe des Kredits, den der Gemeinderat im November dem Stimmvolk beantragen wird, werde derzeit nochmals genau ermittelt, so Müller. Der Gemeinderat habe vor kurzem mit Kostenplanern und dem zuständigen Luzerner Architekturbüro Lussi + Halter Partner AG eine Klausursitzung abgehalten.

Investition deutlich über 10,6 Millionen Franken

Bereits 2013 bewilligte die Ruswiler Bevölkerung für die Dorfkernerneuerung West einen Planungskredit in der Höhe von 455000 Franken. Damals ging man von einem grobgeschätzten Investitionsvolumen von insgesamt 10,6 Millionen Franken aus. Die von Fachleuten vorgenommene Schätzung sei vom damaligen Wissensstand ausgegangen. Laut Müller werden die Kosten nach heutigen Erkenntnissen darüber liegen.


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