U20

Auf den Hund gekommen

17. Juli 2017, 00:00

Die besten Freunde des Menschen: Tiere, die Leben ins Haus bringen, Liebe schenken, Gesellschaft leisten und gehorchen. Ausgenommen natürlich die Kleinversionen von Simba und Co, die ihrem Ruf als süsse, aber wilde Raubkätzchen ohne Konsequenzen nachgehen dürfen.

Beim Hund hingegen ist sofortige Folgeleistung ein ab­solutes Muss. Wenn Fido auch nach dem zweiten Mal «Fertig!» noch immer den «Eindringling» Onkel anbellt, muss er mit heftigen Konsequenzen rechnen: Viele «Herrchen» und «Frauchen» schlagen den Hund oder packen ihn im Nacken und drücken ihn zu Boden. Mit Ver­ständnis oder gar Lob können Tiere, die ihrem Instinkt nachgehen, oft nicht rechnen.

Bei Spaziergängen ist es keine Seltenheit, Befehle zu hören wie «Hör auf zu graben!» oder «Lass den Ball los!». Diesen Befehlen liegt eine Botschaft zu Grunde: «Hör auf, dich wie ein Hund zu verhalten, benimm dich wie ein zivilisierter Mensch!» Das Haustier hat seine Rolle als Spielzeug zu erfüllen, animalisches Verhalten wird nicht toleriert.

Doch nicht alle Welt ist schlecht, es gibt auch Menschen, die in Einklang mit ihrem Tier leben. Nicht, weil sie es mit Angst unterdrücken, sondern weil das Tier in seinem ganzen wilden Wesen als Familien­mitglied akzeptiert wird. Diese Halter bekommen ihr verdientes Lob oftmals direkt von ihrem Hund zurück: Liebe und Vertrauen sind Zeugen des fried­lichen Zusammenlebens. Denn der Hund ist nicht das beste Spielzeug, sondern der beste Freund des Menschen.

Hinweis

In der Kolumne U20 äussern sich die Autoren zu von ihnen frei gewählten Themen. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

Melanie Steinmann, 17, Kanti Sursee

kanton@luzernerzeitung.ch


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