Brandstiftung: Zwei Jahre bedingt für Bauernsohn

12. April 2018, 00:00

Kriminalgericht Für die Überraschung zu seinem 20. Geburtstag sorgte ein Bauernsohn in einer Luzerner Gemeinde selber. Anstatt Kerzen auf der Torte auszublasen, zündete er das Haus seiner Eltern an. Bei der gestrigen Verhandlung wurde er von den Kriminalrichtern für eventualvorsätzliche Brandstiftung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt.

Auf der Heubühne über dem Wohnteil des Gebäudes zündete der Beschuldigte im März 2016 eine Hand voll Stroh an. Das Feuer breitete sich rasch aus. Löschversuche des Mannes waren erfolglos. Der Tat ging ein Streit mit dem Vater und einem Bruder voraus. Der heute 22-Jährige gab den Sachverhalt zu. Er betonte aber, verschiedene Faktoren hätten eine Rolle gespielt. So hätte es ohne Streit nie einen Brand gegeben. Auf die Frage eines Richters, wie viel Schaden er habe anrichten wollen, entgegnete er: «Keinen. Es war nicht Absicht, nur fahrlässig. Ich dachte nicht nach, was geschehen könnte. Ich hatte damals Schlafmangel.»

Sachschaden von 1,3 Millionen Franken

Das Haus mit angebautem Stall brannte bis auf die Grundmauern ab. Es entstand ein Schaden von 1,3 Millionen Franken. Der Beschuldigte wirkte bei der Verhandlung, als ginge ihn dies nichts an. Als der Staatsanwalt ausführte, das Feuer sei nicht fahrlässig gelegt worden, sondern es sei absichtlich eine Gefahr für Familienmitglieder und Tiere geschaffen worden, wippte der Beschuldigte fast unbeteiligt auf dem Stuhl. Auch beim Strafantrag: Für Brandstiftung beantragte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von drei Jahren teilbedingt, davon 1,5 Jahre unbedingt bei einer Probezeit von 4 Jahren.

Der Verteidiger beantragte, sein Mandant sei von Brandstiftung freizusprechen. Dieser habe die Sorgfaltspflicht verletzt und sich unvorsichtig benommen, aber keinesfalls beabsichtigt, das Gebäude in Brand zu stecken. Eine bedingte Strafe von 24 Monaten sei angebracht. (rgr)


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