Das Gewerbe blickt zurück auf seine Geschichte

DAGMERSELLEN ⋅ Der Gewerbeverein begeht sein 100-jähriges Bestehen. Eine Leistungsschau habe nach wie vor seine Berechtigung, sagt der OK-Chef. Und liefert die Begründung gleich selber mit.
13. April 2018, 00:00

Grosse Vorfreude in Dagmersellen: Von heute Abend bis am Sonntag erwartet OK-Präsident Martin Luternauer zur Gewerbeausstellung Geda «gegen 10000 Besucher». Und weil der örtliche Gewerbeverein zugleich sein 100-jähriges Bestehen feiert, haben die Verantwortlichen entschieden, den Anlass diesmal vorzuziehen. Die Leistungsschau findet bereits nach fünf Jahren wieder auf dem Chrüzmatt-Areal statt. Normalerweise liegt ihr Turnus bei sieben Jahren. Die Goldmedaille auf den Ausstellungsplakaten und der kulinarische «Geda-Teller» mit einem «goldigen» Hamburger sollen dem Anlass einen Hauch von Exklusivität vermitteln.

90 Aussteller – von Handwerkern bis hin zu Industriebetrieben – vorwiegend aus den Ortsteilen Dagmersellen, Uffikon und Buchs – bilden einen guten Mix und präsentieren viel einheimisches Schaffen. Für die Aktivitäten wird mit rund 2700 Quadratmetern im Gegensatz zu früher – damals waren es noch zirka 2000 Quadratmeter – auch viel mehr Fläche beansprucht. Der Trend bei den Ausstellern gehe hin zu einem grösseren Stand, begründet der OK-Chef diese Entwicklung.

«Gewerbeausstellungen kein Auslaufmodell»

Unter dem Motto «Ziitgedanke» soll sich der Besucher in einem sogenannten Zeittunnel ebenfalls mit einer Rückschau auf vergangene Jahre des Dagmerseller Gewerbes zurückversetzt fühlen. «Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung», erklärt Luternauer, der mit seinen neun OK-Mitstreitern rund ein Jahr an der Ausgabe 2018 arbeitete. Ein interessantes Bild zeigt auch der zweite Blick auf das Wort «Ziitgedanke». Die Komponenten «Ziit», «Geda» und «Danke» bringen ein unerwartetes Wortspiel zum Vorschein. Für die Aussteller sei es an einem solchen Anlass ebenfalls wichtig, den Besuchern «danke» zu sagen, erklärt Unternehmer Luternauer.

Der ortsansässige Küchenbauer weiss, wovon er spricht. Das Konsumverhalten in einem heute oft online geprägten Business hinterlasse überall Spuren. Auch in Dagmersellen. Er bekomme dies vor allem im Geräteverkauf zu spüren. «Trotzdem bin ich der Meinung: Wir können uns im Markt behaupten.» Mehr noch: «Alle Leistungen miteingerechnet, überzeugen wir ebenfalls Schnäppchenjäger.» Deshalb sagt der OK-Präsident: «Gerade im digitalen Zeitalter sind Gewerbeausstellungen weiter zeitgemäss, überhaupt kein Auslaufmodell. Mit ‹Face to Face statt Facebook to Facebook› bieten solche Anlässe für die Aussteller nach wie vor eine wichtige Plattform». Eine starke Region lebe von einem starken Gewerbe – ein starkes Gewerbe von einer starken Region. «Sind keine Arbeitsplätze vorhanden, ziehen die Leute weg», sagt Luternauer. Dasselbe gelte, wenn das Dienstleistungsangebot nicht stimme. «Im Dorf kann man ausser Schuhe alles für den täglichen Gebrauch kaufen.» Doch das Gewerbe müsse Innovationsgeist zeigen. So sei der Inhaber der Papeterie zugleich Buchbinder und bewege sich dadurch in einem eher exklusiven beruflichen Zusatzumfeld. «In der Funktion bekommt er Aufträge von Gemeinde, Schulen oder Firmen.» Coop, Denner und nächstens eine Migros: Dieses Angebot vertrage sich, so Luternauer. Gewerbebetriebe und Dienstleistungsanbieter würden in Dagmersellen auch künftig ihre Chancen haben. Den Optimismus nimmt er unter anderem aus der Situation, dass «diverse Unternehmen Nachfolgeregelungen vollzogen haben und im Hürntal bleiben». Interessant ist auch: Dagmersellen kann bei 5400 Einwohnern rund 3600 Arbeitsplätze anbieten, davon sind 350 Lehrlinge.

Mittlerweile führt Dagmersellen seine achte Gewerbeausstellung durch, die vierte mit Luternauer als OK-Chef. Diejenige von 2025 präsidiert er nicht mehr. Deshalb wünscht er sich nochmals «möglichst viele, gut gelaunte Besucher». Und bei Wetterglück könnte es sein, dass die rekordverdächtige Marke von 10000Besuchern geknackt wird.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Informationen zur Ausstellung gibt es unter: www.geda2018.ch.


Anzeige: