Nachgefragt

«Das ist eine völlige Farce»

20. Mai 2017, 00:00

Neben dem Latein will der Kanton auch das Textile Gestalten (TG) aus dem Untergymnasium streichen. Die Betroffenen hätten kaum eine Lobby, um sich Gehör zu verschaffen, moniert Monika Huber, die seit 1999 TG-Lehrerin an der Kanti Beromünster ist. Gemeinsam mit anderen Fachgruppen möchte sie nun aktiv werden.

Monika Huber, im «Werken» lernen die Gymnasiasten etwa, Modelle zu bauen. Das kann für ein späteres Studium von Nutzen sein. Wieso ist auch das TG wichtig?

Im TG vermitteln wir schon lange nicht mehr nur Häkeln, Stricken und Nähen. Die Schüler lernen grundlegende motorische und handwerkliche Fertigkeiten, die sie befähigen, Design- und Technikprozesse umzusetzen. Hierfür sind vernetztes Denken und Vorstellungskraft gefragt – Fähigkeiten, die man im und neben dem Studium an den Tag legen muss.

Das können Gymnasiasten doch neben der Schule lernen.

Es kommt wohl niemand auf die Idee, komplexe Inhalte aus anderen Fächern «neben die Schule» zu verschieben. Im TG bringen die Schüler das grundlegende Rüstzeug häufig nicht mehr von zu Hause oder der Primarschule mit. Denn bereits dort, in der Primarschule, wurde der TG-Unterricht auf ein Minimum reduziert. Wir lernen durch regelmässiges Handeln – ein Kernpunkt des TG-Unterrichts. Diesen zu streichen, ist deshalb eine völlige Farce.

Wie geht es für Sie weiter?

Wir TG-Lehrpersonen werden mit anderen Fachgruppen ein Argumentarium erstellen. Dieses werden wir in der laufenden Vernehmlassung einbringen. (jon)


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