Landauf, landab

Der Daumen des Kantons

12. Januar 2018, 00:00

In der Altjahreswoche trifft sich ein halbes Dutzend politischer Weggefährten auf Heiligkreuz im Entlebuch zum geselligen Jahresrückblick für Wichtiges und Banales; so wie es sich für eine solche Runde gehört. An Themen hat es auch diesmal nicht gemangelt. Der Junker in Bern zum Beispiel. Neben dem politischen und gesellschaftlichen Tratsch hat’s auch Platz für Privates. Weihnachten ist vorüber, da gibt’s viel zu erzählen. Leuchtende Kinder- und Grosskinderaugen vor dem Weihnachtsbaum, «D Zäller Wiehnacht» in der besetzten Kirche, der weggeschmolzene Schnee, der neue Wein daheim im Keller.

Die Männer haben brav mitgeholfen bei der Vorbereitung des Festes und sich in Küche und Keller nützlich gemacht. Selber habe ich mich auf die Betreuung der Grosskinder beschränkt. Der fünfjährige Enkel will alles wissen über die Herbstjagd im Bramboden und lauscht aufmerksam Grossvaters Jägerlatein. Zur Illustration kommen Geweih vom Reh- und Gamsbock auf den Tisch. Und zu Mamas Leid­wesen möchte der kleine Jäger diese auch gleich mit nach Hause nehmen.

Etwas fällt erst gegen Schluss der Runde richtig auf. Einer hat seinen rechten Daumen eingebunden. Beim Rüeblirüsten sei’s passiert. Nichts Schlimmes, Gott sei Dank. Ein Fall für die familieninterne Spitex. Eine einzige kleine Heftklammer, und schon war’s «zämebüezt». Wer den Schaden hat, muss sich um des Spottes nicht bemühen. Mehr als die Wunde gibt die Farbe des Verbandes zu reden. Grün tät gut passen, «das gibt einen grünen Daumen». Oder ein CVP-Orange. Mitnichten. Leuchten tut er im schönsten Luzerner Blau. Klar! Standes­gemäss für den Herrn Regierungspräsidenten und seinen Daumen des Kantons.

Hinweis Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redak­toren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

Ruedi Lustenberger alt Nationalrat, Romoos

kanton@luzernerzeitung.ch


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