Doppelte Abkühlung für 417 Wasserfans

SEMPACH ⋅ 417 Wasserratten trotzen Regenwolken und Temperatursturz und stürzen sich am Sonntagmorgen für die Seeüberquerung in den Sempachersee. Dieser wärmt sie mit seinen gut 24 Grad wieder auf.
07. August 2017, 00:00

417 Schwimmbegeisterte jeden Alters fanden sich gestern früh vor der Festhalle Sempach ein, um sich für die 47. Seedurchquerung einzuschreiben. Der Blick in den grauen Himmel trübte ihre frühmorgendliche Bade- oder vielmehr Schwimmlust nicht. Ebenso wenig der erfolgte Temperatursturz – knappe 20 Grad frisch war es um halb acht Uhr.

«Super», witzelt einer, «so können wir uns im Wasser aufwärmen.» Recht hat er, gute 24 Grad warm ist der See. Viele der Anwesenden kennen das Prozedere. Sie wissen auch, dass sie bei der Einschreibung mit ihrer Unterschrift bezeugen, dass sie fit genug sind, die 2,1 Kilometer Schwimmen zu bewältigen.

«Schon ein wenig Bammel ...»

Einige aber sind erstmals dabei. So Jacqueline Konyo (23) aus Eich. Sportlich braucht sie sich als Sportstudentin keine Sorgen zu machen; auch ihr Begleiter Simon Stalder ist Sportlehrer. Kein Grund für Nerven- respektive Muskelflattern. Mit dabei ist auch Jacquelines Mutter Johanna Konyo (56). «Ich habe schon etwas Bammel gehabt und diese Nacht nicht so gut geschlafen», sagt sie. Sie schwimmt regelmässig, im Hallenbad und auch im See. Überquert hat sie den See aber noch nie. «Wenn es nicht mehr geht, hänge ich mich an ein Boot an», lacht sie. Nicht an die Jungen? «Nein, die lasse ich wegziehen.» Sorgen wegen der Sicherheit braucht sie sich nicht zu machen. Die Strecke ist mit Helfern auf 26 Booten bestens abgesichert. Nebst Krampferscheinungen bei den Schwimmern könnten Wind und Wellen heikel werden. Aktuell ist die Wasserfläche aber glatt, nichts von rauer See.

Per Shuttlebus geht es auf die andere Seeseite, zum Bootssteg Eggerswil/Nottwil. Im Neoprenanzug oder Bademantel fröstelt es sich dort weniger. «3, 2, 1, los», ruft der Starter. Dann pflügen sie los durch das warme Wasser des Sees Richtung Sempach – per Crawl die Schnellen vorweg, gemächlicher, vielfach im Bruststil, die grosse Schar des Hauptfeldes. Ob rasanter oder eher gemütlich – Mitmachen kommt für alle vor dem Rang. Eine Zeitnahme gibt es für alle allenfalls inoffiziell.

Als Erster steigt der 14-jährige Niederländer Kim De Joung aus dem See, gefolgt von seiner 15-jährigen Landsfrau Dieerd von Stein. Auch Johanna Konyo hat es geschafft; der «Besenwagen», respektive das Aufräumboot, war kein Thema. «Super war es», schwärmt sie, als sie nach gut fünf Viertelstunden wieder Sempacher Boden unter den Füssen hat. «Ich bin immer im gleichen Tempo geschwommen.» Nein, das erste Mal sei nicht das letzte Mal: «Ich komme wieder.» Nun, schliesslich ist sie ja gar vor der Tochter angekommen. «Alles bestens gelaufen», kann auch OK-Chef Pius Achermann am Schluss resümieren. Eine Genugtuung für ihn und die rund 80-köpfige Helferschar.

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

www. Mehr Bilder zur 47. Sempachersee-Durchquerung gibt’s unter: luzernerzeitung.ch/bilder

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