Drei Millionen für AHV-Ersatzrente

15. Juli 2017, 00:00

Vorsorge Die Luzerner Pensions­kasse (LUPK), Vorsorgeeinrichtung der Kantonsangestellten, will per 2019 das Rentenalter von 63 auf 65 erhöhen, den Umwandlungssatz von 6,15 auf 5,2 Prozent senken und die arbeitgeberfinanzierte AHV-Ersatzrente bei Frühpensionierungen ab 62 streichen (Ausgabe von gestern).

Als «Sparmassnahme durchs Hintertürchen» auf dem Buckel der Versicherten kritisiert Martin Wyss, Geschäftsleiter des Verbands des Personals der öffentlichen Dienste (VPOD), die Streichung der AHV-Ersatzrente. Roland Haas, Leiter der Dienststelle Personal, sagt stellvertretend für den gestern abwesenden Finanzdirektor Marcel Schwerzmann: «Der Arbeitgeber Kanton Luzern spart durch die geplanten Reglementänderungen der Pensionskasse kein Geld.» Weil die LUPK flankierende Massnahmen beschloss, um die Rentenkürzungen abzufedern, leistet der Kanton künftig während zehn Jahren 1,5 Prozent höhere Beiträge. Gleichzeitig zahlt der Kanton bislang rund 3 Millionen jährlich für die AHV-Ersatzrente – dies entspricht Beiträgen von 0,7 Prozent – die per 2021 wegfallen sollen.

Mehrfach hat die Regierung die LUPK als Sorgenkind präsentiert. Denn bei einem Deckungsgrad zwischen 95 und 100 Prozent kann die LUPK Sanierungsbeiträge erheben. Der Kanton müsste jährlich 6,5 Millionen einschiessen. Aktuell beträgt der Deckungsgrad gut 106 Prozent.

Lehrerverband: Wegfall der Ersatzrente «schmerzhaft»

Der VPOD hält es für «unverständlich», dass der Staatspersonalverband und der Luzerner Lehrerverband (LLV) dem «Rentenabbau» zustimmten. LLV-Präsidentin Annamarie Bürkli und Arbeitnehmervertreterin im LUPK-Vorstand sagt, das Gremium habe «im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben» eine «ausgewogene Lösung erarbeitet und einstimmig beschlossen». Aufgrund des Handlungsbedarfs habe sie «Verständnis» für die Senkung des Umwandlungssatzes und die Erhöhung des Rentenalters. «Schmerzhaft» sei der Wegfall der AHV-Ersatzrente. Deren Streichung sei jedoch «eine Frage der Zeit» gewesen, da sie eingeführt worden sei, als «Lehrerüberfluss» herrschte, und heute im Widerspruch zur Erhöhung des Rentenalters stehe. (fi)


Leserkommentare

Anzeige: