Ehrenvoller Start mit Veteranen

SCHÜPFHEIM ⋅ Gestern erfolgte der Auftakt des Luzerner Kantonal-Musiktages. Insgesamt 151 Veteranen wurden ausgezeichnet, darunter nur gerade 15 Frauen. Das hat einen Grund.
20. Mai 2017, 00:00

Monika van de Giessen

kanton@luzernerzeitung.ch

Der Luzerner Kantonal-Musiktag findet an zwei Wochenenden statt. Den Auftakt des Festes machten gestern die Veteranen, die anlässlich einer Veteranen­ehrung für 70, 60, 50, 35 und 30 Jahre aktives Musizieren geehrt wurden. Die Auszeichnung besteht aus einer Medaille mit persönlicher Widmung. «Die langjährige Verbundenheit zum aktiven Blasmusikmachen ist ein hohes Gut, das man entsprechend in einem würdigen Rahmen feiern darf», sagte OK-Präsident Raymond Studer in seiner Begrüssungsansprache.

Es fällt auf, dass unter den total 151 Musikern, die zu Veteranen ernannt wurden, nur gerade 15 Frauen zu finden sind. Dazu Pablo Walpen, Veteranenchef des Luzerner Kantonal-Blasmusikverbandes: «Die niedrige Frauenquote ist darauf zurückzuführen, dass vor 70, 60 und 50 Jahren die Blasmusik eine reine Männer­domäne war.» Zu dieser Argumentation hat Carmen Häfliger (49) aus Ruswil eine andere Meinung. «Ich stelle oft fest, dass viele Frauen, wenn sie Kinder bekommen, mit dem Musizieren in einem Verein aufhören.» Häfliger wurde die Blasmusik in die Wiege gelegt. Sie erzählt, dass ihr Vater vor einigen Jahren, ebenfalls in Schüpfheim, zum Ehrenveteranen ernannt wurde. Die Saxofonistin, die seit ihrem 15. Lebensjahr der Feldmusik Hellbühl angehört, wurde für 35 Jahre aktives Musizieren geehrt.

70 Jahre und kein bisschen leise

Zum eidgenössischen Ehrenveteranen (70 Jahre Aktivmitglied) ernannt wurde Hans Chiappori (86) aus Meggen. Der frühere Musiklehrer war Dirigent diverser Musikkorps und spielt seit seinem 17.Lebensjahr Waldhorn. Noch heute ist der rüstige Rentner aktives Mitglied bei der Veteranenmusik Luzern und dem Seniorenorchester Luzern. Die Anforderungen und die Entwicklung bezüglich Musikliteratur seien gegenüber früher gestiegen, meint der Megger. Man müsse heute viel mehr üben. Bezüglich Üben hat Chiappori eine persönliche Meinung: «Diejenigen, die nicht viel üben wollen, gehen in eine Guuggenmusig.»

Aufgefallen vor allem auch wegen seiner Uniform ist Alois Aerni (78) aus Ebikon. Er erschien in der blau-weissen historischen Landknecht-Uniform der Feldmusik Luzern, der Aerni als Perkussionist angehört. Alois Aerni wurde für 60 Jahre aktives Musizieren zum CISM-Veteranen (internationaler Musikbund) ernannt. Seine musikalische Karriere gestartet habe er indes auf einem Blasinstrument. «Weil ich mir vor einigen Jahren die Zähne ausgeschlagen habe, bin ich auf Perkussion umgestiegen», erzählt Aerni. Es ergab ein farbenfrohes Bild, als die 151 Veteranen, angeführt von Vereinsfahnen und der Musikgesellschaft Schüpfheim, ins «Musigzäut» zum Festakt und zum Bankett einzogen.

Hinweis

Infos und Programm zum Luzerner Kantonal-Musiktag in Schüpfheim finden Sie unter www.musiktagschuepfheim.ch.

www. Die Liste mit den Namen der geehrten Veteranen finden Sie unter luzernerzeitung.ch/bonus

«Weil ich mir vor einigen Jahren die Zähne ausge- schlagen habe, bin ich auf Perkussion umgestiegen.»

Alois Aerni (78)

Veteran aus Ebikon

«Ich stelle oft fest, dass viele Frauen, wenn sie Kinder bekommen, mit dem Musizieren in einem Verein aufhören.»

Carmen Häfliger (49)

Veteranin aus Ruswil


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