Kommentar

Ein klares Signal

10. August 2017, 00:00

Drei Jahre Freiheitsentzug ist zweifellos ein hartes Urteil für den 24-jährigen Pyrowerfer aus der Ostschweiz. Für den Familienvater, der beim Pyrowurf in der Swisspor-Arena einen Hörschaden erlitt, ist es ein schwacher Trost: Er wird für immer von einem traumatischen Knallereignis verfolgt werden. Das Urteil darf als Signal an den militanten Teil der Fussballfans interpretiert werden. Dieser muss verstehen, dass der Einsatz explosiven Materials massive Schäden an Leib und Leben verursachen kann. Der Rechtsspruch aus Bellinzona macht klar: Wer solche Petarden wirft, muss mit gravierenden strafrechtlichen Folgen rechnen.

Erstmals ist die Bundesanwaltschaft in einem solchen Fall aktiv geworden. Nicht weil sie Lust bekommen hat, zu ermitteln, sondern weil das Gesetz vorsieht, dass sie beim Einsatz von Sprengkörpern dieser Art ermitteln muss. Durch die Anklage hat die Bundesanwaltschaft klargemacht, dass solche Aktionen keineswegs verharmlost werden dürfen. Das Bundesstrafgericht stützt dies.

Gleichwohl lassen sich einige juristische Einwände der Verteidigung nachvollziehen. Zu wünschen ist, dass dank einer Beschwerde ein Bundesgerichtsurteil aus Lausanne folgt, das festlegt, ob die Interpretation des Bundesstrafgerichts zulässig ist. Erst dann lässt sich zweifelsfrei sagen: In Bellinzona wurde Geschichte im Kampf gegen Gewalt in Stadien geschrieben.

Gerhard Lob, Bellinzona

kanton@luzernerzeitung.ch


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