Ein Stockwerk für die Zukunft

ESCHENBACH ⋅ Um den Pflegebedürftigen besser gerecht zu werden, soll im Betagtenzentrum Dösselen das oberste Stockwerk umgebaut werden. Eine der geplanten Abteilungen ist im Kanton bis anhin eine Seltenheit.
07. Dezember 2017, 00:00

Chiara Stäheli

chiara.staeheli@luzernerzeitung.ch

Nebst der Gemeindeordnung stimmt das Eschenbacher Volk am 17. Dezember auch über einen Baukredit für den Um- und Ausbau des Betagtenzentrums Dösselen ab. Wegen gesellschaftlicher Veränderungen dränge sich ein Umbau der dritten Etage auf, sagt Heimleiter Leo Müller: «Die Leute kommen immer später zu uns – und erst dann, wenn sie pflegebedürftig sind. Entsprechend möchten wir unser Angebot anpassen.»

Um der neuen Nachfrage gerecht zu werden, soll der dritte Stock in zwei neue Abteilungen umgebaut werden. Ursprünglich war das Geschoss für Personalwohnungen vorgesehen. Weil die Belegungszahlen hoch sind, seien diese jedoch schon bald von Betagten genutzt worden, die kaum Pflege benötigten. Mit dem Bau der Residenz Zielacher entstanden deshalb 17 Wohnungen, die je nach Bedarf betreut werden.

Somit bietet sich nun die Gelegenheit, den dritten Stock im Betagtenzentrum umzugestalten. Die Etage soll Raum bieten für zwei neue Abteilungen: Demenz und Psychogeriatrie. «Damit ­können wir den Betagten spezifischere Angebote ermöglichen. Die beiden Wohngruppen werden Platz bieten für neun Demenzpatienten sowie für acht Personen mit psychischen Erkrankungen.» Bei Letzteren werden keine akuten Fälle aufgenommen, die Betagten müssen sich gemäss Müller trotz psychischen Problemen in einer «stabilen Phase» befinden. Kantonal gibt es derzeit nur in Sursee und St.Urban vergleichbare Einrichtungen. Auch der ­Gemeinderat Eschenbach unterstützt den Umbau: «Mit den neuen Abteilungen können wir Angebote für Krankheitsbilder schaffen, die zunehmend in unserer Gesellschaft anzutreffen sind», sagt Sozialvorsteherin Pia Rüttimann. Für die Realisierung der beiden neuen Wohngruppen fallen Kosten in der Höhe von 1,9 Millionen Franken an. «Das Betagtenzentrum Dösselen finanziert das Projekt über die eigene Rechnung», sagt Rüttimann. Daher werde die Gemeinderechnung nicht belastet. Gibt das Volk dem Projekt Mitte Dezember grünes Licht, so soll das Vorhaben 2018 in Angriff genommen werden. Bei optimalem Verlauf könnten die beiden neuen Abteilungen bereits im Sommer 2019 zum 25-Jahr-Jubiläum des Betagtenzentrums ihre Tore öffnen. Damit die neuen Abteilungen ihren Aufgaben gerecht werden können, sind laut Müller weitere Stellen nötig: «Wir brauchen künftig zusätzliches Personal mit einer psychiatrischen Ausbildung. Voraussichtlich werden wir auch Fachpersonen Betreuung für die Psychogeriatrie einstellen.» Wie viele das sind, könne er derzeit noch nicht sagen.

Datum der Abstimmung ist aussergewöhnlich

Normalerweise fallen die kommunalen Abstimmungen mit den kantonalen oder landesweiten Entscheiden zusammen. Laut Rüttimann steckt in Eschenbach ein Planungsgedanke hinter der Datumswahl, die auf den 17. Dezember fällt: «Über die Gemeindeordnung müssen wir noch im alten Jahr abstimmen. Da die Vorbereitungszeit für den Baukredit relativ kurzfristig war, blieb nur noch das Wochenende vor Heiligabend», erklärt er. Dem baldigen Volksentscheid sieht nebst dem Gemeinderat auch Heimleiter Leo Müller positiv entgegen: «Wir hoffen, dass wir den Baukredit zugesprochen bekommen. Denn letztlich dient der Ausbau der ganzen Bevölkerung.»


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