«Im belebten Städtli spielt die soziale Kontrolle»

14. April 2018, 00:00

Die Entwicklung in Sursee beobachtet der Verein «Lisa» mit Sorge. Dieser vertritt die Interessen der Sexarbeiterinnen. «Es scheint, als hätte die Verlegung des Luzerner Strassenstrichs in die Gewerbezone Ibach 2012 auf Landgemeinden eine gewisse Signalwirkung gehabt», sagt Präsidentin Yvonne Schärli. Eine Verlagerung gefährde die Sicherheit der Frauen. «Im belebten Städtli spielt die soziale Kontrolle, nicht aber in der unbewohnten Industrie.» Das Argument des Trubels lässt sie nicht gelten. «Bei einem solchen Etablissement handelt sich in der Regel um ein stilles Gewerbe.»

Die Gesellschaft habe «moralische Bedenken» gegenüber diesem Gewerbe. «Eine Kontaktbar stört das Bild des beschaulichen Sursees.» Aber: «Die Tätigkeit im Sexgewerbe ist eine Erwerbsarbeit, dies gilt es zu akzeptieren. Nur weil man das Gewerbe verschiebt, verdrängt man es nicht. Es gibt Kundschaft dafür.» (fi)


Anzeige: