Jahrelanger Streit mit Kirchenarchäologie

14. August 2017, 00:00

Kanton Der in Bad Zurzach lebende Hans Rudolf Sennhauser (85) gilt als Koryphäe für Kirchenarchäologie. Er leitete ab den späten 1950er-Jahren im Auftrag von Bund und Kantonen zahlreiche Kirchen- und Klosterausgrabungen. Bis heute weigert sich Sennhauser, den Kantonen die entsprechenden Dokumentationen auszuhändigen. Insgesamt sind mindestens 57 Dokumentationen in Form von Zeichnungen, Fotografien und Plänen zu Grabungen in 13 Kantonen im Besitz der von Sennhauser gegründeten «Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter» in Bad Zurzach, deren Präsident er ist. Fünf Ausgrabungen betreffen Luzern, unter anderem fehlen Dokumentationen zur Johanniterkommende Hohenrain und zur Pfarrkirche St.Johannes der Täufer in Grossdietwil. Die Kantone Luzern, Basel-Stadt und St.Gallen reichten 2013 nach gescheiterten Verhandlungen mit Sennhauser Klagen ein. Basel-Stadt erzielte 2015 im Streit um Dokumente zu Grabungen im Basler Münster einen Erfolg. Die Klagen von Luzern und St.Gallen wurden zu Gunsten neuer Verhandlungen mit Frist bis Ende Januar 2017 sistiert. Zu neuen Verhandlungen kam es nicht. St.Gallen beantragte darum beim Bezirksgericht Zurzach Ende April 2017, das Gerichtsverfahren wieder aufzunehmen. St.Gallen kämpft um die Herausgabe der Dokumentationen über den als Weltkulturerbe eingestuften Klosterbezirk. (sb)


Leserkommentare

Anzeige: