Künstler verlängern Pause

LUZERN/BEROMÜNSTER ⋅ Werner «Wetz» Zihlmann setzt sich für das Natur-Museum Luzern ein. Und er plant Kunst mit Eseln.
11. August 2017, 00:00

Der Künstler weiss sich zu inszenieren. Doch Wetz alias Werner Zihlmann wollte gestern nicht nur seine Ausstellungsprogramme ins Bild, sondern mit Auswahl des Ortes auch ein Zeichen setzen. «Das Natur-Museum ist mir ein persönliches Anliegen», sagte der Hauptakteur des KKLB, des Ausstellungsorts im alten Landessender in Beromünster.

Die Ausstellungsmacher platzierten zwei Betten aus dem aktuellen Programm «öffentliche Pause» vor dem Aquarium im Eingangsbereich des Luzerner Museums. Dieses ist zurzeit vor allem im Gespräch, weil ihm aus Spargründen die Schliessung droht. Für die anwesenden Fotografen legten sich Wetz und Museumsdirektorin Britta Allgöwer ins selbe Bett.

Zu seiner Beziehung zum Museum sagt der gebürtige Wolhuser: «Im Jahr 1995 ermöglichte mir der damalige Direktor Peter Herger eine Aktion, ohne die es das KKLB in der heutigen Form vielleicht nicht gäbe.» Wetz hatte im Warenlift des Museums eine mobile Bar installieren dürfen. Die «Fahrbar» richtete er mit Wurst und Bier ein – und sorgte für einiges Aufsehen.

«Spontan», wie er sagt, sei ihm der Gedanke gekommen, mit dieser Pressekonferenz seine Solidarität zum bedrohten Haus am Kasernenplatz zu bekunden.

Esel heissen Rist und Hirschhorn

Doch natürlich galt es auch, in eigener Sache zu berichten: «Wegen anhaltenden Erfolges verlängern wir unsere Pause bis Ende Jahr», verkündete Zihlmann nicht ohne Stolz. Ursprünglich aus der Idee geboren, nach intensiver Zeit das KKLB für ein Jahr zu schliessen, entstand die «öffentliche Pause». Rund 50 Betten stehen nun seit Anfang Jahr im KKLB, ausgerüstet mit Föhn, Duftspender und Musik, um einen entspannten Ausflug ans Meer zu simulieren. Offenbar trifft das Angebot den Nerv der Zeit. Besucherzahlen gibt das KKLB zwar keine bekannt. Nur so viel: «Wir hatten von Anfang an sehr viele nationale und internationale Gäste.»

Anfang nächsten Jahres werden dann die Betten den Tieren weichen. Mit zwei Eseln, die auf die Namen Rist und Hirschhorn getauft werden, sollen Kunstliebhaber und Kinder gleichermassen abgeholt werden. «Um mit Tieren zu arbeiten, müssen wir strenge Auflagen einhalten», so Wetz. Das Projekt wird mit rund 100000 Franken beziffert, die vor allem für den Unterhalt der beiden Tiere investiert werden sollen, der damit für mindestens fünf Jahre gesichert sein soll.

Die beiden als Esel angesprochenen Künstler Pipilotti Rist und Thomas Hirschhorn wissen laut Wetz übrigens noch nichts von ihrem Glück: «Sie werden sich aber ganz sicher bei uns melden», sagt er mit schelmischem Lachen.

Urs-Ueli Schorno

ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch


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