Neue Heimstätte für den «berühmtesten Sohn Muris»

PROJEKT ⋅ Die Stiftung Murikultur plant den Ausbau des Singisenflügels der Klosteranlage. Herzstück wird das künftige Museum Caspar Wolf sein. Neu eingerichtet werden zudem Singisenforum und -atelier.
12. Oktober 2017, 00:00

Bereits heute befinden sich im Singisenflügel der Klosteranlage das Museum Kloster Muri und das Museum für medizinhistorische Bücher, ein Privatmuseum von Franz Käppeli. Die Kunstwerke des berühmten Alpenmalers Caspar Wolf (1735 bis 1783) wurden früher in den Räumlich­keiten des heutigen Klostermuseums ausgestellt, sind jedoch zurzeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

«Mit dem Museum Caspar Wolf bekommt der berühmteste Sohn Muris und Pionier der Alpenmalerei wieder eine seiner Bedeutung angemessene Heimstätte», sagt Heidi Holdener, Geschäftsführerin von Murikultur.

Spartenübergreifende Programme

Daneben soll der Singisenflügel künftig auch das Singisenforum für zeitgenössische Kunst und das Singisenatelier für Kunst- und Kulturvermittlung beherbergen. Die Stiftung Murikultur hat ein zeitgemässes Projekt für den Innenausbau mit flexibel nutzbarer Infrastruktur entwickelt. «Museen, Forum und Atelier werden im ersten sowie in Teilbereichen des zweiten Obergeschosses untergebracht sein», erklärt Holdener. Die vier Museums- beziehungsweise Ausstellungsinstitutionen werden zentral über das bestehende Besucherzentrum und das Kulturkaffee erschlossen. Sie profitieren von den gemeinsam nutzbaren Räumen des Forums für Wechselausstellungen und des Ateliers für Kunst- und Kulturvermittlung. «Wir haben so die Möglichkeit, spartenübergreifende Programme zu konzipieren und anzubieten.» Auf diese Weise nutzt man nicht nur ­Synergien, sondern bringt auch die verschiedenen Institutionen und ihre Interessenten einander näher. «Diese Kombination soll dazu beitragen, auf spannende Weise die Themen der im Sing­isenflügel angesiedelten Museen zu reflektieren. Mittels zeit­gemässer Vermittlungsformate können einem breiten Publikum Kunst und andere kulturelle Werte auf vielfältige Weise zugänglich gemacht werden.» Nicht zuletzt gehe es aber auch darum, mit der Würdigung des national und international bekannten Pioniers der Alpenmalerei Caspar Wolf der Gemeinde Muri und dem Kanton Aargau zu einer noch grösseren kulturellen Ausstrahlung zu verhelfen.

Ob und in welcher Form die Räumlichkeiten auch durch Dritte genutzt werden können, wird sich später zeigen. «Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar. Das wird unter anderem Gegenstand weiterer Planungsschritte und der Detailkonzeption darstellen.» Organisatorisch wird der Betrieb in die Struktur von Murikultur inte­griert und durch die Ressort­leitung und Mitarbeitende der Stiftung betreut.

Investitionen von 2,3 Millionen Franken

«Mit dem Projekt wird eine historische Bausubstanz, die bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückreicht, wieder öffentlich zugänglich gemacht», stellt Holdener fest. Bei der Umsetzung der Bauarbeiten wird dem historischen Hintergrund mit angemessener Sorgfalt Rechnung getragen. Die geschätzten Investitionskosten für die baulichen Massnahmen und den Innenausbau inklusive Museumsinfrastruktur betragen 2,3 Millionen Franken. «Zurzeit sind wir im Gespräch mit verschiedenen möglichen Geldgebern», so Holdener.

Bald schon sollen die nächsten Schritte erfolgen. «Wir hoffen, dass Ende 2017 alle Vorarbeiten beendet sind.» Der Baustart wird im kommenden Jahr erfolgen. Im Frühjahr 2019 ist die Eröffnung des Museums Caspar Wolf mit Singisenforum und -atelier geplant.

Cornelia Bisch

cornelia.bisch@zugerzeitung.ch

Geschäftsführerin Murikultur


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